Der ORF-Stiftungsrat beschloss in seiner Plenarsitzung am Donnerstag, dem 12. Mai 2011, im ORF-Zentrum unter dem Vorsitz von Brigitte Kulovits-Rupp eine Resolution zur "Forcierten Gleichstellung von Männern und Frauen im ORF-Konzern".
Dazu Vorsitzende Brigitte Kulovits-Rupp: "Gleichstellung ist ein wichtiges Zukunftsthema und kann nicht auf die lange Bank geschoben werden. Mit der vorliegenden Resolution ist ein Schulterschluss der Stiftungsrätinnen in einem zentralen Sachbereich über alle Fraktionsgrenzen hinweg gelungen. Das ist ein wichtiges Signal hinsichtlich eines höheren Frauenanteils in der künftigen Geschäftsführung!"
Die Resolution im Wortlaut:
"Mit der seit 1. Oktober 2010 geltenden Novelle zum ORF-Gesetz ist der ORF neben dem Öffentlichen Dienst - bzw. nun ausgegliederten, ehemals öffentlichen Einrichtungen (z. B. Universitäten) - das erste Wirtschaftsunternehmen mit einem verbindlichen Gleichstellungsprogramm im Land. Dieses Gleichstellungsgebot ist für Wirtschaft und Arbeitswelt beispielgebend und richtungsweisend.
Zur forcierten Umsetzung dieses ambitionierten Programms fordert der Stiftungsrat den Generaldirektor auf, die erforderlichen Ressourcen für die Erstellung des Gleichstellungsplans zur Verfügung zu stellen, damit dieser ohne Verzug bis Herbst vom Generaldirektor erlassen und in der Novembersitzung dem Stiftungsrat präsentiert werden kann.
Laut § 30f ORF-Gesetz ist 'bei der Bestellung des Generaldirektors, der Direktoren und Landesdirektoren ... auf eine ausgewogene Vertretung beider Geschlechter Bedacht zu nehmen'.
Diese Bestimmung richtet sich an alle Organe, die für die Bestellung des Generaldirektors / der Generaldirektorin, der Direktoren / der Direktorinnen und der Landesdirektoren / der Landesdirektorinnen zuständig sind.
Damit der Stiftungsrat diesem gesetzlichen Auftrag auf ausgewogene Vertretung beider Geschlechter nachkommen kann, appelliert der Stiftungsrat an den Generaldirektor / die Generaldirektorin, der/die die Vorschläge für die Bestellung zu erstatten hat, bei seinen/ihren Vorschlägen auf eine ausgewogene Vertretung beider Geschlechter zu achten."