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Maximilian Schell
© ORF
Maximilian Schell ist einer der wenigen internationalen deutschsprachigen Stars, überhäuft mit Auszeichnungen: darunter ein Oscar - 1961 für "Das Urteil von Nürnberg" - und mehrere Golden Globes. Maximilian Schell hat als Schauspieler alles erreicht. Er spielte den "Hamlet" auf Deutsch, den "Oberst Redl" auf Englisch, war "Jedermann" in Salzburg, Lenin und "Zar Peter der Große" in einer amerikanischen Fernsehserie. Er produzierte Filme, schrieb Drehbücher und führte Regie bei Kinofilmen und auf Opern- und Schauspielbühnen.

Maximilian Schell wurde am 8. Dezember 1930 als drittes von vier Kindern des Schweizer Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell und der österreichischen Schauspielerin Margarethe Noe von Nordberg in Wien geboren. Bis zum Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 wuchs er in Wien und auf einer Alm im Kärntner Lavanttal auf. Diese Alm ist bis heute in Familienbesitz und nach wie vor einer der bevorzugten Aufenthaltsorte des Schauspielers.

Nach dem Anschluss flüchten die Eltern mit den vier Kindern in die Schweiz. Im Zürich der Kriegs- und Nachkriegszeit, dem damaligen Zentrum deutscher Kultur, wächst Schell auf. An den Universitäten Basel, Zürich und München studiert er Kunstgeschichte, Germanistik, Theater- und Musikwissenschaft. Schon früh zog es ihn zur Schauspielerei - seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er als Dreijähriger in einem Bühnenstück seines Vaters, in dem er einen Grashalm mimte. Ab 1953 war Maximilian als Dramaturg, Schauspieler und Regisseur am Stadttheater Basel tätig, spielte in der Folge an zahlreichen deutschen Bühnen, trat 1958 erstmals am Broadway auf und wurde 1959 von Gustaf Gründgens ans Hamburger Schauspielhaus berufen. In dessen Abschiedsinszenierung spielt er 1963 die Rolle des Hamlet.

Übrigens: Auch Maximilians Geschwister - neben der berühmten älteren Schwester Maria hatte er noch eine weitere Schwester, Immy, und einen Bruder, Carl - entschieden sich für die Schauspielerei.

1955 stand Maximilian erstmals vor einer Filmkamera: "Kinder, Mütter und ein General" hieß das Antikriegsdrama, in dem er eine Hauptrolle spielte. Obwohl er in der Schule zwar Französisch, aber kein Englisch gelernt hatte - "Der einzige Grund, Englisch zu lernen, ist, Shakespeare im Original zu lesen", lautete die Meinung seines Vaters -, spielte der junge Mime 1958 an der Seite von Montgomery Clift und Marlon Brando in seinem ersten Hollywoodstreifen mit.

Drei Jahre später gelang ihm der absolute Durchbruch mit seiner Oscar-gekrönten Rolle in "Das Urteil von Nürnberg". Sechs weitere Oscar-Nominierungen folgten im Laufe seiner Karriere, doch er selbst steht der begehrtesten Auszeichnung der Filmwelt eher kritisch gegenüber. "Richtig schön ist ja dieses Goldmännchen nicht", sagte er einmal in einem Interview - und so liegt die Statuette denn auch seit geraumer Zeit in einer Umzugskiste in einem Möbeldepot.

Seit Jahren kümmert er sich um Maria Schell. "Ich helfe jetzt ihr", sagt er, "nachdem sie mir in meinem Leben so oft geholfen hat." Einfühlsam hatte sich Maximilian Schell bereits bei dem 1985 für den Oscar nominierten Dokumentarstreifen "Marlene" gezeigt. Für diesen Film sprach er 17 Stunden lang mit der sturen Glamourkönigin Dietrich, die sich schon seit Jahren nicht mehr ins Gesicht sehen ließ und auch damals nicht dazu bereit war, in ihrer Pariser Wohnung. Der Star Maximilian Schell über das traurige Schicksal vieler Stars: "Ich glaube überhaupt, dass jeder Star eine Tragödie programmiert, weil die Diskrepanz zwischen dem, was man selber ist, und dem, was die Welt aus einem macht, nicht überspielt werden kann."

Schon seit langem gönnt sich Maximilian Schell den Luxus, nur noch bestimmte Rollen zu spielen. Der Doppelstaatsbürger (Österreicher und Schweizer) ist politisch sehr interessiert - 1989 nahm er stellvertretend für Václav Havel den Friedenspreis des deutschen Buchhandels entgegen und verlas dessen Rede, da der tschechische Politiker kein Ausreisevisum erhalten hatte. Doch eine politische Karriere kann sich Schell nach eigener Aussage nicht vorstellen: "Politiker zu sein ist an und für sich sehr verführerisch", meint er zwar, sagt aber auch: "Ich glaube, dass man als Politiker sehr Gefahr läuft, korrupt zu sein. Und das hält mich ab."



 

 
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