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Elisabeth Orth
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Elisabeth Orth wurde am 8. Februar 1936 als älteste von drei Töchtern des berühmten Schauspielerehepaares Paula Wessely und Attila Hörbiger in Wien geboren. Sie trat in die Fußstapfen ihrer berühmten Eltern und absolvierte das Max-Reinhardt-Seminar. Danach folgten erste Engagements am Volkstheater und am Theater der Courage in Wien. Weitere wichtige Theaterstationen waren das Ulmer Theater, die Bühnen der Stadt Köln, die Schaubühne Berlin und das Bayerische Staatsschauspiel München.

Am Wiener Burgtheater debütierte Elisabeth Orth 1965 als Luise in Schillers "Kabale und Liebe" unter Leopold Lindtberg und an der Seite von Klausjürgen Wussow. Seit 1973 ist die Kammerschauspielerin Ensemblemitglied im renommierten Haus am Ring. Wichtige Rollen an der Burg waren u. a. Shaws "Die Heilige Johanna", das Klärchen in Goethes "Egmont" und seine "Iphigenie auf Tauris", Schillers Eboli in "Don Carlos" und die Medea in Grillparzers "Goldenem Flies". Elisabeth Orth war außerdem Klaus Maria Brandauers Mutter in Shakespeares "Hamlet" und Brechts "Mutter Courage". In Achim Freyers "Woyzeck"-Inszenierung (1989) spielte sie u. a. den Doktor, unter George Tabori 1990 die Emilia in "Othello", unter Zadek 1990 die Sawischna in "Iwanow" und 1992 unter Andrea Breth die Lizzie in O'Caseys "Das Ende vom Anfang".

Nach mehreren Jahren an der Schaubühne Berlin spielt Elisabeth Orth seit Beginn der Ära Bachler wieder am Wiener Burgtheater. So war sie in den vergangenen Jahren in den Breth-Inszenierungen von Bonds "Die See" (2000) als Louise Rafi, von Horváths "Der jüngste Tag" (2000) als Frau Hudetz, als Königin Elisabeth in Schillers "Maria Stuart" (2001) und in Lessings "Emilia Galotti" (2002) als Emilias Mutter am Burgtheater zu sehen. Unter der Regie von Andrea Breth spielte sie 2002 außerdem auch bei den Salzburger Festspielen in Schnitzlers "Das weite Land" die Rolle der Frau Wahl.

Neben ihrem Bühnenengagement war "die Orth" auch für Film und Fernsehen tätig: So spielte sie u. a. in Reinhard Schwabenitzkys "Der Einstand" (1977), in Michael Hanekes Zweiteiler "Lemminge" (1978), in Klaus Maria Brandauers "Georg Elser - Einer aus Deutschland" (1989), in den Schwarzenberger-Komödien "Single Bells" (1997) und "O Palmenbaum" (2000), sowie unter der Regie von Benoit Jacquot 2003 in dem hochkarätig besetzte zweiteilige Historienfilm "Marie Bonaparte" und 2004 an der Seite von Ruth Drexel in "Die Heilerin" (Regie: Holger Barthel).

Im Kino war sie unter anderem in Stefan Ruzowitzkys preisgekröntem Heimatdrama "Die Siebtelbauern" (1997) zu sehen. Weiters präsentierte Elisabeth Orth von 1985 bis 1994 die ORF-Sendung "Schatzhaus Österreich".

Elisabeth Orth macht aber nicht nur als Schauspielerin von sich reden, sondern auch durch ihr sozialpolitisches Engagement gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit. So war sie als Präsidentin der "Aktion gegen den Antisemitismus" ebenso aktiv wie als Mitinitiatorin der "Demokratischen Offensive", nahm 1993 am Lichtermeer und 1999 am "Blinklichtermeer" teil.

Weiters hält sie Lesungen und Vorträge und ist schriftstellerisch tätig. In ihrem Buch "Märchen ihres Lebens - Meine Eltern Attila Hörbiger und Paula Wessely" (1975) ging die vielseitige Künstlerin auch auf die NS-Vergangenheit ihrer Mutter ein. Bis zum Jahr 2000 war sie außerdem Kolumnistin der katholischen Wochenzeitung "Die Furche".

Die Tradition der Schauspielerfamilie führt auch Elisabeth Orths 1969 geborener Sohn Cornelius Obonya fort, der nach gemeinsamen Jahren an der Schaubühne ebenfalls am Burgtheater engagiert ist.

 

 
Preise und Auszeichnungen

Die österreichische Kammerschauspielerin und Bayerische Staatsschauspielerin wurde bisher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet:

Sie ist Trägerin des Grillparzerringes, der Kainz-Medaille sowie des Lieselotte-Schreiner-Rings, außerdem erhielt sie die Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold sowie den Hersfeld-Preis.

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