Der Schauspieler Karl Merkatz wurde am 17. November 1930 in Wiener Neustadt als Sohn eines Feuerwehrmanns geboren. Nachdem er das Tischlerhandwerk erlernt hatte, gab er sich seiner großen Liebe, dem Schauspiel hin, und nahm Unterricht in Salzburg, Wien und Zürich. Es folgten Engagements unter anderem am Theater der Stadt Heilbronn, an den Städtischen Bühnen Nürnberg, am Salzburger Landestheater, an den Bühnen der Stadt Köln, am Schauspielhaus Hamburg, an den Münchner Kammerspielen, den burgenländischen Festspielen in Mörbisch, den Salzburger Festspielen sowie am Wiener Volkstheater.
Die vielleicht wichtigste Rolle in der Karriere von Karl Merkatz war "Der Bockerer" - ein gegen die Nazis renitenter Wiener Fleischhauer, den er auf der Bühne und in der Franz-Antel-Verfilmung spielte. Eine Gestaltung, für die der Darsteller bei den Filmfestspielen in Moskau 1981 mit dem "Preis für die beste schauspielerische Leistung" ausgezeichnet wurde und für die er ein Jahr später das "Filmband in Gold" erhielt. 1996 folgte "Der Bockerer II - Österreich ist frei", im Jahr 1999 dann "Der Bockerer III - Die Brücke von Andau". 2003 entstand unter der bewährten Regie von Prof. Franz Antel der vierte Teil des Filmerfolgs "Der Bockerer IV - Prager Frühling", der den aufrichtigen Wiener Fleischhauer Karl Bockerer mitten in die Wirren des Prager Frühlings von 1968 führt.
Karl Merkatz war in mehr als 250 Film- und Fernsehproduktionen - meist in Hauptrollen - zu sehen. Neben "Der Bockerer" zählen zu seinen wichtigsten Arbeiten die bereits zum Kult avancierte Fernsehserie "Ein echter Wiener geht nicht unter", mit der Merkatz als Mundl das Bild vom lauten, aufbegehrenden Randbezirks-Wiener prägte, sowie die 13-teilige Fernsehserie "Der Spritzen-Karli".
Zu den Film- und Fernsehengagements gesellen sich mehr als 150 Theaterrollen, in denen Merkatz vor allem Nestroy, Raimund- und Shakespeare-Figuren darstellte. Merkatz wirkte außerdem in Operetten mit - etwa als Frosch in der "Fledermaus" von Johann Strauß. Er gastierte in Hamburg ebenso wie an der Niederländischen Oper Antwerpen. 1993 brillierte er erstmals in einer Musicalrolle am Stadttheater Klagenfurt als "Der Mann von La Mancha", später begeisterte er mit derselben Rolle auch am Wiener Volkstheater und auch am Theater an der Wien als Milchmann Tevje in "Anatevka".
Karl Merkatz engagiert sich schon seit Jahren für soziale Projekte, er ist zum Beispiel Obmann von SOS-Mitmensch.