Das ORF-Gehörlosenservice - Untertitelung
Eine der wichtigsten Aufgaben, denen der ORF TELETEXT nachkommt, ist nach wie vor das Service für die rund 500.000 Gehörlosen und stark Schwerhörigen Österreichs. Das Magazin "Lesen statt hören" (Seite 770 ff.) ist die elektronische Zeitung für diese Zielgruppe.
Was 1980 mit fünf Stunden in der Woche begann, gehört heute zum Selbstverständnis des ORF: derzeit werden rund 45 Prozent des Gesamtprogramms im Untertitelungsservice angeboten. Darunter viele Standardsendungen wie die "Zeit im Bild", "Heute in Österreich", "Konkret: Das Servicemagazin", die Jahreszeitensendung - derzeit "Winterzeit" -, "Orientierung", "kreuz und quer", "Frisch gekocht mit Andi und Alex", "Die Millionenshow" mit Armin Assinger, "Die Barbara Karlich Show", "Soko Donau", "Soko Kitzbühel", sämtliche österreichische Fernsehfilme und internationale Blockbuster, Sport-Highlights wie die Fußball-WM und die alpine Ski-WM, Event-Fernsehen wie der TV-Vierteiler "Säulen der Erde", aber auch anlassbezogene Sondersendungen zu Wahlberichterstattungen, Hochzeiten der Königshäuser, Gottesdienste, Aktionstage und vieles mehr.
Das ambitionierte Ziel 2010 war, die Untertitelungsquote von rund 33 Prozent 2009 bis Ende 2010 auf 45 Prozent zu steigern. Im vierten Quartal 2010 lag die Untertitelungsquote bei 44,47%. Im Dezember 2010 wurde die 45%-Marke mit 47,80% deutlich überschritten. 2011 soll die Quote auf 55 Prozent gesteigert und in den Folgejahren sukzessive ausgebaut werden.
Neue Wege der Untertitelung mit Spracherkennung
Mag. Gabriele Kletter, Geschäftsführerin des TELETEXT-Gehörlosenservices innerhalb der ORF-Enterprise, zu der die Untertitelung seit 2004 gehört: "Die Herausforderungen an die Untertitler sind in den vergangenen Jahren nicht nur quantitativ enorm gestiegen, sondern wir arbeiten auch permanent an der qualitativen Verbesserung. Die Weiterentwicklung der Technik ermöglicht Fortschritte, und so beschreiten wir etwa mit der Spracherkennung seit November 2009 ganz neue Wege auf dem Gebiet der Live-Untertitelung."
Die moderne Spracherkennung bei der Untertitelung kommt zum Beispiel bei sämtlichen Übertragungen von Debatten aus dem österreichischen Parlament zum Einsatz sowie bei allen wichtigen Sportübertragungen wie etwa Champions League, Ski-WM und Formel 1.
Pilotprojekt zum Ausbau der Live-Untertitelung
Neues Spracherkennungssystem zum weiteren Ausbau des ORF-Untertitelungsangebots für Menschen mit Hörbehinderung präsentiert
ORF führend bei Service für Hörbehinderte
Bereits im Jahr 1980 startete der ORF im Rahmen von ORF TELETEXT mit der Untertitelung von Sendungen. Seither wurde dieses Service für Hörbehinderte stetig ausgebaut, sodass der ORF seit Jahren im deutschen Sprachraum die Spitzenposition in diesem Angebot für hörbehinderte Zuseherinnen und Zuseher hält.
Breite Zustimmung für ORF-Service
Durch persönliche Kontakte mit Gehörlosenverbänden und -vereinen und regelmäßige Umfragen wird das Untertitel-Angebot des ORF immer wieder neu auf die Bedürfnisse der Zielgruppe ausgerichtet. Auffallend ist das starke Interesse der Hörbehinderten an Informationssendungen: Vier der ersten fünf Sendungen auf der "Hitliste" kommen aus dem Bereich Fernsehinformation, Spitzenreiter ist die "ZiB" mit einer Nutzung von 92 Prozent.