Alltagsleben zwischen Tradition und Hightech
Reichtum und Armut, Hightech und Tradition, Wirtschaftsboom und politische Repressionen, das sind die Spannungsfelder, die die chinesische Gesellschaft heute prägen. Cornelia Vospernik erlebt diese Gegensätze tagtäglich. In spannenden Reportagen erzählt sie in diesem Buch etwa vom Bauboom in den großen Städten, dem viele traditionelle Bauwerke zum Opfer fallen, von bitterer Armut auf dem Land und von Kindern, die allein in der Provinz zurückgelassen werden, weil die Eltern Wanderarbeiter sind.
Sie schildert, was es bedeutet, als ausländischer Berichterstatter auf den Goodwill von Behörden angewiesen zu sein, wie schwierig es ist, Geld von einem Bankkonto abzuheben, oder wie kompliziert die Kommunikation mit Chinesen sein kann, die eine gänzlich andere, viel indirektere Art haben, an Dinge heranzugehen.
Es ist das Bild eines Landes, das sich aufschwingt, eine Wirtschafts-Supermacht zu werden, gleichzeitig aber in vielen Lebens- und Politikbereichen noch in den alten kommunistischen Machtstrukturen verhaftet ist. Das wird auch sichtbar im Verhältnis zu Hongkong und Taiwan, die einerseits eine Demokratisierung versuchen, sich andererseits aber auch aus wirtschaftlichen Gründen dem Festlandriesen nicht ganz entziehen können.