Arktis Expeditionen
Das Buch "Eis und Ego" ist weit mehr als eine Sammlung von Expeditionsberichten. Das Buch
zeigt Spiegelbilder der Sucht nach Erfolg und Prestige, nach Karriere und Macht um jeden Preis,
auch um den Preis des Verlusts von Realitätsbezug und Leben.
"Eis und Ego" sind elf dokumentar-literarische Zeitreisen in die Absurdität einer Männerwelt, die
sich beharrlich der Regel widersetzt, dass für Personen mit der Tendenz zum Ego-Tripp der Grat
zwischen Erfolg und Scheitern immer enger wird. Das gilt ohne Ausnahme für jeden Menschen –
insbesondere aber für Führungskräfte, für Generäle und Politiker ebenso, wie für Unternehmer
oder eben auch Expeditionsleiter.
Ego-Tripps sind kein Phänomen des 21. Jahrhunderts. Sie
waren und sind ein entscheidender Risikofaktor für jede Art von Unternehmung, egal ob es sich
um heutige multinationale Konzerne oder Arktis-Expeditionen des 19. und 20. Jahrhunderts
handelt.
"Eis und Ego" erzählt von dreizehn Männern, die im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert als
Leiter risikoreicher Arktis-Expeditionen im Kampf gegen Eis und polare Finsternis, Siege oder
Niederlagen erlebten, die Prestige ernteten oder - wenn sie scheiterten - in Vergessenheit
gerieten. Zu dieser Zeit prägte der internationale Wettlauf zum Nordpol die Geschichte. Es waren
"Ego-Tripps von Nationen", die ihre Nationalfahne am nördlichsten Punkt im eisigen Nichts
aufpflanzen wollten – und sei es um den Preis von Menschenleben.
Die Geschichten dieses Buches sind geprägt von der Auseinandersetzung mit der Droge
Heroismus.
Das Buch ist jenseits von Abenteuer-Gartenlaube, jenseits von Grenzbereichs-Pathos,
Frostbeulen-Exhibitionismus und Eisbart-Imponiergehabe angesiedelt. Es ist ein Buch, das von
der anderen Seite jener Menschen erzählt, die ins Eis zogen, die ins Eis getrieben wurden, die
Eis flüchteten oder sich nach dem Eis sehnten.
In den reich illustrierten Kapiteln des Buches wird
klar, wie sehr sich die unterschiedlichen Ego-Dispositionen der Expeditionsleiter und
Expeditionsteilnehmer auf Verlauf, Erfolg oder Scheitern ihrer Expeditionen auswirkten.
Elisabeth Guggenberger, Studium der Rechtswissenschaften in Wien,
Politikwissenschaften in Bologna und Rom. Ab 1974 Drehbuchautorin für
gemeinsame Filmprojekte mit Helmut Voitl, die zahlreiche Auszeichnungen
erhielten. 1992 bis 1996 Produktion des ORF Filmprojektes "Arktis Nordost",
das mehrere Expeditionen zum hocharktischen Archipel Franz Josef Land
erforderte. 2004 erhielt ihr Drehbuch für den internationalen Spielfilm
"White Clouds Island" eine Auszeichnung des amerikanischen "Moondance
Filmfestivals".
Helmut Voitl, Studium an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt, Wien,
Ausbildung in Australien. Mehrere Jahre als Kameramann tätig, Praxis bei
amerikanischen und englischen Spielfilmprojekten. Später Regisseur zahlreicher
Film- und Dokumentarfilmproduktionen, wofür er Auszeichnungen erhielt.
1992 bis 1996 war er für das ORF-Filmprojekt "Arktis Nordost" nicht nur als
Regisseur, sondern auch als Expeditionsleiter für fünf Filmexpeditionen zum
Franz Josef Land verantwortlich. Lehrtätigkeit an der Wiener Filmakademie
und an Medien-Fachhochschulen.