Hilary Hahn und Peter Eötvös live in Ö1
Drei Konzerte stehen im Februar auf dem Spielplan des ORF Radio-Symphonieorchester Wien: Hilary Hahn und Peter Eötvös mit Schönbergs Violinkonzert im Wiener Musikverein (17.2., live in Ö1), eine "Klassische Verführung" im ORF-RadioKulturhaus (22.2.) und Rachmaninoffs "Rhapsodie über ein Thema von Paganini" mit Gabriela Montero und Christian Vásquez im Wiener Konzerthaus (am 24.2.).
Der Februar beginnt mit einem Höhepunkt der RSO-Saison: Schönbergs Violinkonzert mit einer zurzeit schwer überbietbaren Traumpaarung - Hilary Hahn und Peter Eötvös. Der erste Gastdirigent des ORF-Orchesters hat das Werk mit Hilary Hahn bereits in London und Paris aufgeführt und meint in einem Interview: "Es ist ein unglaublicher Reiz, es wieder zu machen, weil die Schwierigkeitsgrade so groß sind, auch für das Orchester. Es ist enorm herausfordernd, es zu spielen, es einzustudieren, das Tempo, die Präzision die in diesem Stück verlangt wird ... Das ist eine sehr harte Arbeit, aber es ist ein unglaublicher Genuss." 1936 schrieb Arnold Schönberg sein Violinkonzert und 1947 folgte sein legendärer und unerwarteter Aufsatz "Brahms, the Progressive", mit dem er Brahms ins ideologische Boot der Moderne nachholen wollte. Aber schon 1937 hatte er das Klavierquartett von Johannes Brahms in eine Fassung für großes Orchester gebracht. Dieses seltsame Doppelpassspiel, diese bemerkenswerte Mesalliance zwischen Progressivität und Traditionsbewusstsein, die beide Komponisten auf ihre jeweils eigene Weise durchlebten und auslebten, erklingt am 17. Februar im Wiener Musikverein (Beginn ist 19.30 Uhr). Neben Schönbergs Violinkonzert stehen seine "Fünf Orchesterstücke in Originalfassung für Orchester" und Brahms' "Klavierquartett g-moll für großes Orchester gesetzt von Arnold Schönberg" auf dem Programm.
Ö1 überträgt das Konzert live um 19.30 Uhr. Für "Freunde des RSO" gibt es eine Exklusiv-Veranstaltung zu diesem Konzert.
Am 24. Februar ist im Wiener Konzerthaus ein virtuoses und rhythmusorientiertes Programm mit Gabriela Montero und Christian Vásquez zu hören. Beide kommen sie aus Venezuela, beide waren und sind in intensiver Beziehung zum weltweit bewunderten venezolanischen Musikausbildungssystem: Gabriela Montero, inzwischen auch für ihre Improvisationen weithin berühmt, debütierte als Pianistin schon achtjährig mit dem Simon Bolivar Youth Orchestra; der 1984 geborene Dirigent Christian Vásquez entstammt ebenfalls dem "El sistema" Venezuelas, diesem von José Antonio Abreu schon 1975 gegründeten nationalen Netzwerk zur Ausbildung junger Musiker/innen und zur Entwicklung systematischer Arbeit mit und an klassischer Musik und Orchesterkultur. Das RSO musiziert unter der Leitung von Christian Vásquez Manuel de Fallas Suite Nr. 2, Sergej Rachmaninoffs "Rhapsodie über ein Thema von Paganini für Klavier und Orchester", Arturo Márquez' Danzón Nr. 2 und Leonard Bernsteins Symphonische Tänze aus der "West Side Story". Solistin ist Gabriela Montero. (Beginn 19.30 Uhr).
In Ö1 ist der Konzertmitschnitt am 2. März ab 19.30 Uhr zu hören.
Zwei Tage davor werden im Rahmen einer "Klassischen Verführung" mit Christian Vásquez und "Presse"-Musikkritiker Wilhelm Sinkovicz zwei Werke näher vorgestellt: Manuel de Fallas Suite Nr. 2 und Arturo Marquez' Danzón Nr. 2. Manuel de Fallas Suite Nr. 2 ist einer der großen Ballettklassiker des beginnenden 20. Jahrhunderts. Die Musik balanciert raffiniert zwischen spanischer Folklore, modernster Orchestrierungstechnik und romantischem Sentiment. Auch Arturo Marquez' Kompositionen sind geprägt von der Volksmusik seines Landes. Danzón Nr. 2 wurde so etwas wie die zweite Nationalhymne Mexikos. Nach der analytischen Detailarbeit sind beide Werke zur Gänze zu hören. Die "Klassische Verführung" am
22. Februar im ORF-RadioKulturhaus beginnt um 19.30 Uhr.