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ORF präsentiert und diskutiert Studie "Jugend und Gesellschaftspolitik"
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Wie nutzen Jugendliche und junge Erwachsene die Medien, und wie positionieren sie sich in Bezug auf Gesellschaft und Politik? Im Auftrag des ORF hat das Institut für Jugendkulturforschung dazu eine Grundlagenstudie durchgeführt, die am 2. Februar 2011 im ORF RadioKulturhaus präsentiert und von einer Fachrunde diskutiert wurde.

Dr. Klaus Unterberger, Leiter des ORF-Public-Value-Kompetenzzentrums, präsentierte erste Ergebnisse der Studie im Rahmen der ORF-Veranstaltungsreihe DialogForum und bat Fachleute um ihre Meinung: Es diskutierten Dr. Beate Großegger vom Institut für Jugendkulturforschung, Olja Alvir vom Jugendmagazin "Das Biber", Daniel Erlacher vom Grazer Elevate-Festival, Mesi Tötschinger von "Xpress", dem Magazin für Musik und Szene, sowie Angelika Simma vom ORF.

Junge Menschen und Gesellschaftspolitik

Die gesellschaftlichen Modernisierungsprozesse haben auch im Leben der heute 14- bis 29-Jährigen Spuren hinterlassen. Gemäß der Devise "Nicht alles ist möglich und nix ist fix" planen junge Menschen ihr Leben daher nicht auf lange Sicht. Wie die Studie zeigt, prägen Erlebnisorientierung, aber auch das Bedürfnis nach Sicherheit die Grundstimmung der Jungen. Weiteres Ergebnis: Junge Menschen sind zwar begeisterte, aber oftmals passive Demokratinnen und Demokraten, Politik hingegen ist stark mit der Institutionenpolitik negativ verknüpft. "Politik ist wichtig, Politikerinnen und Politiker sind langweilig", fasste Beate Großegger vom Institut für Jugendkulturforschung zusammen. Und: "Medien machen den Fehler, sich auf Politinszenierungen einzulassen und zu wenig in die Tiefe zu gehen - das vertieft bei jungen Menschen den Eindruck mangelnder Substanz."

Olja Alvir von der Wiener Jugendzeitung "Das Biber" ergänzt: "Jugendliche haben das Gefühl, von dieser abstrakten Politik nicht angesprochen und nicht wahrgenommen zu werden. Dabei interessieren sie sich sehr wohl für politische Inhalte, wir Medien müssen sie nur richtig bringen."

Die Verpackung muss passen, der Inhalt darf nicht fehlen

Dass Inhalte eine passende Verpackung brauchen, bestätigt auch Mesi Tötschinger von "Xpress", dem Magazin für Musik und Szene: "Jugendliche erreichen wir nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern indem wir ihre Interessen und Bedürfnisse ernst nehmen, auf sie zugehen, Politikfelder auf ihre persönlichen Lebenswelten herunterbrechen und ihnen die Möglichkeit zur Mitsprache und zur Mitgestaltung geben."

Angelika Simma vom ORF arbeitet derzeit an einem Talkformat für junge Menschen (ab Mitte März auf ORF eins) - auch für sie sind lebensnahe Themen und Mitsprache zentrale Elemente: "Medien können nicht erwarten, von jungen Menschen offen angenommen zu werden, ohne selbst offen zu sein: für ihre Anliegen und für ihre Mediennutzung. Als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen stehen wir im ORF täglich vor der Herausforderung, Qualität und Quote zu erreichen, um unseren gesellschaftspolitischen Auftrag zu erfüllen. Wenn wir junge Erwachsene nicht mit der richtigen Unterhaltung ansprechen können, dann werden wir sie auch mit Information nicht erreichen."

Daniel Erlacher vom Grazer Elevate-Festival will ein Mindestmaß gesellschaftspolitischer Substanz gerade auch in populären Medien und Sendungen vermittelt wissen: "Wir müssen gerade jene Jugendliche, die nicht von sich aus Qualitätsmedien nutzen, davor wappnen, auf politische Hetze hereinzufallen."

Tenor der Diskussionsrunde: Weder gibt es "die" Jugend noch "das" ideale Jugendmedium; junge Menschen nutzen unterschiedliche Medienmixe; (gesellschafts-)politische Inhalte und Informationen sollten daher verstärkt, wenn auch subtil, auch außerhalb klassischer Informationsmedien bzw. -formate transportiert werden, Vielfalt und Infotainment sind mehr gefragt denn je.

 

 
ORF-DialogForum

Die Veranstaltungsreihe "DialogForum" ist eine Initiative des ORF, um das Gespräch mit seinem Publikum, der Fachwelt, den österreichischen Institutionen sowie den Organisationen und Gruppen der Zivilgesellschaft zu beleben.

Im Mittelpunkt der Diskussionsreihe stehen Herausforderungen und Perspektiven gesellschaftlicher Verantwortung in den unterschiedlichen Lebensbereichen der Menschen.


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