Die Mentalität des Herrn Karl, die immun gegen geschichtliche Katastrophen zu sein scheint, steht in satirisch hervorgehobener Beziehung zum Thema der "unbewältigten" Vergangenheit. Am besten hat wohl Hans Weigel die Allgemeingültigkeit dieser parasitären Wetterfahnenfigur ausgedrückt: "Der Herr Karl ist ein menschlicher Zustand österreichischer Färbung", und er ist die "Selbstdarstellung eines menschlichen Dämons".
Ein kleiner Mann wird da satirisch entworfen und preisgegeben, die Fülle der Vorbilder österreichischer Selbstkritik wird nach Johann Nestroy, Karl Kraus, Ödön von Horvath und vielen anderen durch ein neues kostbares Exemplar säkularer Bitterkeit ergänzt.
Buch: Carl Merz/Helmut Qualtinger
Aufzeichnung August/September 1961 im ORF Studio Schönbrunn
Regie: Erich Neuberg
Eine Produktion des ORF
TV-Standard: PAL
Bildformat 4:3
Ton: Dolby Digital 1.0 (mono)
Animierte Menüs