Lisl Wagner-Bacher, dritte Tochter der Gastwirtsfamilie Bacher in Mautern in der Wachau, absolvierte zwar eine Hotelfachschule, setzte das Erlernte zunächst aber als "Serviertochter" im elterlichen Gasthof um.
1976 heiratet sie den Hochbautechniker Klaus Wagner, der für seine Lisl in die Gastronomie wechselt und sich, aufgehend im Familienbetrieb, zu einem über die Grenzen der Wachau hinaus bekannten Sommelier entwickelt.
Als 1977 die erste Tochter Christina unterwegs und der Babybauch nicht mehr zu übersehen ist, zieht sich Lisl Wagner-Bacher in die Küche zurück - bis dahin das Reich ihrer Mutter - und entdeckt ihr wahres Talent. Sie beginnt voll Neugier und Leidenschaft zu kochen, sozusagen "aus dem Bauch heraus".
Ein Jahr nach Christina kommt Tochter Susanne zur Welt, 1979 gehen die Eltern in den Ruhestand und übergeben der Tochter das "dritte Kind" - das Gasthaus, das unter den Fittichen von Lisl Wagner-Bacher zum "Landhaus Bacher" wird. Als Perfektionistin mit wahrem Genie rangiert sie schon 1981, nur zwei Jahre nach der Übernahme des Hauses, mit zwölf Punkten im "Gault Millau", und ein Jahr später gibt es mit 13 Punkten die erste Haube für das Landhaus. 1983 erkocht sie sich die zweite Haube und wird erster "Koch des Jahres" in Österreich. 1988 erobert sie im "Gault Millau" mit 17 Punkten die dritte Haube (1995 sind es 18 Punkte), 1991 bekommt sie die "Trophée Gourmet für kreative Küche" vom "À-la-carte-Magazin" verliehen, in dessen Gourmetführer das Landhaus seit 1999 mit zwei Sternen und fünf Kronen vertreten ist.
1997 nimmt sie als erste Köchin überhaupt am Gourmet-Festival von St. Moritz teil. Zwischen Kochlegenden wie Paul Bocuse und Roger Vergé stehend, nimmt sie für ihr Dessert Standing Ovations entgegen - ein unvergessliches Erlebnis, auch für die erfolgsverwöhnte Lisl.
Doch Hauben hin, Punkte her - die Keimzelle, der Ursprung aller Kreativität der Grande Dame der feinen österreichischen Küche ist ihre Familie und ihr Landhaus in der Wachau.