Der Schauspieler und Kabarettist Erwin Steinhauer wurde am
19. September 1951 in Wien geboren. Nach einem angefangenen Germanistik- und Geschichtestudium betätigte sich Steinhauer als freischaffender Künstler und schrieb unter anderem Lieder und Texte.
1974 war er Mitbegründer des Kabarettensembles "Keif", mit dem er Engagements in Österreich und Deutschland hatte. 1977/78 spielte Steinhauer am Wiener Kabarett Simpl, 1979 in Düsseldorf, 1980 am Theater der Courage.
Seit 1982 brachte der österreichische Schauspieler diverse Soloprogramme heraus, darunter "Entlassen" (1982), "Kopf hoch" (1983), "Café Plem-Plem" (1984), "Ganz im Ernst" (1986), "Auf der Schaufel" (1989). 1988 folgte die Kabarett-Revue "Alles Walzer". Zu seinen jüngsten Kabarettprojekten zählen das Farkas/Grünbaum-Programm "Was lachen Sie?", das er gemeinsam mit Heinz Marecek konzipiert hat bzw. das politische Kabarett "Ausrichten - Ein Lebensprinzip" mit Rupert Henning.
Diverse Bühnenengagements führten Erwin Steinhauer außerdem an das Burgtheater (1982-1988), zu den Salzburger Festspielen, wo er 1995 als Mammon im "Jedermann" zu sehen war, und 1998 an das Wiener Volkstheater ("In der Löwengrube").
Steinhauer spielte in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen, von 2001 bis 2003 verkörperte er den Gendarmerieinspektor Simon Polt in Julian R. Pölslers ORF/ARTE-Verfilmungen der "Polt"-Krimireihe von Alfred Komarek. Beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden wurde ihm 2002 von der deutschen Akademie der darstellenden Künste der Sonderpreis für seine herausragende darstellerische Leistung in "Blumen für Polt" verliehen. 2002 erhielt er außerdem den österreichischen Publikumspreis Romy als beliebtester Schauspieler.
Weiters trieb er als Ferdinand Grünsteidl, Exnationalrat und bankrotter Geschäftsmann, in sieben Filmen der ORF-Krimireihe "Trautmann" sein aalglattes, korruptes, rücksichtsloses und chauvinistisches Spiel. Im achten "Trautmann"-Fall nahm Erwin Steinhauer als kongenialer Widersacher von Inspektor Trautmann seinen Abschied aus Ernst Hinterbergers Karmeliterviertel und segnete das Zeitliche.
Gemeinsam mit Rupert Henning spielte Erwin Steinhauer in dem Zweipersonenstück "610 Bedford Drive" von Michael Ronzoni (1997), in den Kabarettprogrammen "Ausrichten" (2001) und "Nullvier" (2004), in "Freundschaft" (2004/05) sowie in einigen ORF-Hörspielen.
2005 stand Erwin Steinhauer im Volkstheater für das Wolfgang-Bauer-Stück "Change" auf der Bühne und wirkte bei "Alte Meister" von Thomas Bernhard am Theater Reichenau unter der Regie von Hermann Beil mit (Gastspiele am Berliner Ensemble). 2006 stand er in der Titelrolle von Molières "Tartuffe" auf der Bühne des Landestheaters St. Pölten und im Jänner 2007 feierte er im Theater in der Josefstadt mit "Das Fest" Premiere.
2007 stand er für die ORF-Satirereihe "Die 4 da" mit Rupert Henning, Thomas Maurer, Florian Scheuba und Erwin Steinhauer.

Parallel dazu war und ist Erwin Steinhauer einer der gefragtesten Hörspielschauspieler. Seit 1981, also seit mehr als einem Vierteljahrhundert, steht der 1951 geborene Künstler regelmäßig vor dem Mikrofon und hat rund 40 ORF-Hörspiele durch seine Stimme und seine Persönlichkeit wesentlich geprägt.
In den äußerst erfolgreichen Hörspielbearbeitungen der Krimis von Wolf Haas lieh er dem ebenso schlitzohrigen wie gebrochenen Privatdetektiv Brenner seine Stimme, er spielte in Stücken von Jura Soyfer, Clemens Brentano, Eberhard Petschinka und war zuletzt niemand Geringerer als Napoleon Bonaparte in Otto M. Zykans Opernhörspiel "Joseph Fouché".
2008 wurde Erwin Steinhauer von ORF-Hörspiel-Jury zum "Schauspieler des Jahres 2007" gewählt.
Erwin Steinhauer lebt als freier Schauspieler sehr gerne in Wien.

Film und Fernsehen (eine Auswahl):
1977
"Holocaust", Regie: Martin Chomsky
1978
"Alpensaga", Regie: Dieter Berner
1981
"The Mysterious Stranger", Regie: Peter Hunt
1982
"Herrenjahre", Regie: Axel Corti
"Wagner - The Film", Regie: Tony Palmer
1985/86
"Der Sonne entgegen", Regie: Hermann Leitner,
Gottfried Schwarz
1987
"Das Narbengesicht", Regie: Thomas Pluch
1989
"Leonardo", Regie: Otto Anton Eder
(ORF-Beitrag: "Goldene Rose von Montreux")
1993
"Ihr glücklichen Augen", Regie: Margareta Heinrich
"Der Salzbaron", Regie: Bernd Fischerauer
1995
"Ein Mann in der Krise", Regie: Xaver Schwarzenberger
"Lovers", Regie: Xaver Schwarzenberger
1996
"Schlosshotel Orth", Regie: Hermann Leitner, Claus Peter Witt
"Die Nachbarn", Regie: Heinz Marecek
1997
"Single Bells", Regie: Xaver Schwarzenberger
"Tatort - Hahnenkampf", Regie: Hans Noever
"Das ewige Lied", Regie: Franz Xaver Bogner
"Das Siegel", Regie: Xaver Schwarzenberger
1997/98
"Unser Lehrer Dr. Specht", Regie: Vera Loebener
1998
"Fever", Regie: Xaver Schwarzenberger
"Tödliche Diamanten", Regie: Celino Bleiweiß
"Stella di Mare", Regie: Xaver Schwarzenberger
"Kommissar Rex - Die Verschwörung", Regie: Bodo Fürneisen
1999
"Feuerteufel - Flammen des Todes", Regie: Curt Faudon
"Vino Santo", Regie: Xaver Schwarzenberger
"Wanted", Regie: Harald Sicheritz
"Die Jahrhundertrevue", Regie: Harald Sicheritz
2000
"O Palmenbaum", Regie: Xaver Schwarzenberger
"Trautmann", Regie: Harald Sicheritz
"Pogrom", Regie: Thomas Gratzer
"Dolce Vita & Co.", Regie: Erhard Riedlsperger, Claudia Jüptner
"Das Tattoo - Tödliche Zeichen", Regie: Curt Faudon
"Polt muss weinen", Regie: Julian Pölsler
"Edelweiß", Regie: Xaver Schwarzenberger
2000/2001
"Zwölfeläuten", Regie: Harald Sicheritz
2001
"Blumen für Polt", Regie: Julian Pölsler
"Trautmann - Nichts ist so fein gesponnen", Regie: Thomas Roth
"Brüder", Regie: Wolfgang Murnberger
"Am anderen Ende der Brücke", Regie: Hu Mei
2001/02
"Universum - Natur im Garten", Regie: Barbara Puskas, Michael Kreihsl
2002
"Trautmann - Das letzte Hemd hat keine Taschen",
Regie: Thomas Roth
"Himmel, Polt und Hölle", Regie: Julian Pölsler
"Soko Kitzbühel - Sonnwendfeier", Regie: Carl Lang
"Held der Gladiatoren", Regie: Jorgo Papavassiliou
2002/03
"Trautmann - Lebenslänglich", Regie: Thomas Roth
"Trautmann - Das Spiel ist aus", Regie: Thomas Roth
2003
"Polterabend", Regie: Julian R. Pölsler
"Dinner for Two", Regie: Xaver Schwarzenberger
"Brüder II", Regie: Wolfgang Murnberger
"Trautmann - Alles bleibt beim Alten" und
"Trautmann - Schwergewicht", Regie: Thomas Roth
2004
"Trautmann - 71 Tage", TV-Reihe, Regie: Thomas Roth
"Meine schöne Tochter", TV-Film, Regie: Xaver Schwarzenberger
"Die Spielerin", TV-Film, Regie: Erhard Riedlsperger
2005
"Im Reich der Reblaus" (ORF-Zeitgeschichte-Fünfteiler "Mutig in die neuen Zeiten"), Regie: Harald Sicheritz
"Brüder III - Auf dem Jakobsweg", TV-Film, Regie: Wolfgang Murnberger
2006
"Freundschaft", Kino, Regie: Rupert Henning
Fortsetzung "Mutig in die neuen Zeiten", TV, Regie: Harald Sicheritz
"Die Geschworene", TV-Film, Regie: Nikolaus Leytner
2007
ORF-Satirereihe "Die 4 da", Regie: David Schalko
"Nordwand", Kino, Regie: Philipp Stölzl
2008
"Der Bär ist los! Die Geschichte von Bruno", TV, Regie: Xaver Schwarzenberger
"Annas zweite Chance", TV, Regie: Karsten Wichniarz
"Die Pilotin - Entscheidung in den Wolken", TV, Regie: Edzard Onneken
"Der Täter", TV, Regie: Michael Kreihsl
2009
"Poll", Buch & Regie: Chris Kraus, Rolle: Prof. Ploetz
"Sisi", TV-Zweiteiler, Regie: Xaver Schwarzenberger, Rolle: Napoleon III
2010
"Glücksbringer", TV, Regie: Jörg Grünler, Rolle: Kurt Wagner
"Der Sommer der Gaukler", TV, Regie: Marcus H. Rosenmüller, Rolle: Franz Paccoli
"Vermisst", TV, Regie: Andreas Prochaska, Rolle: Gerhard Walch
"Zwei übern Berg", Kino, Regie: Torsten C. Fischer, Rolle: Carl Valentin
"Spuren des Bösen", TV, Regie: Andreas Prochaska, Rolle: Stefan Merz
2011
"Das Wunder von Kärnten", TV, Regie: Andreas Prochaska
"Tatort - Falsch verpackt", TV-Film, Regie: Sabine Derflinger