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Reinhard Schwabenitzky
© ORF
Der österreichische Filmemacher Reinhard Schwabenitzky wurde am 23. April 1947 in Bucheben bei Rauris, Salzburg, geboren. Bereits als Vierjähriger spielte er unter der Regie seines Vaters Gerhard Klingenberg am St. Pöltner Stadttheater in Stücken wie "Das Haus in Montevideo", "Wilhelm Tell" und "Der Bauer als Millionär" seine ersten Rollen. Als der Vater Jahre später nach Berlin übersiedelte, um als Regisseur in den Babelsberger Filmstudios zu arbeiten, durfte Reinhard manchmal mit zu den Dreharbeiten. Dort begegnete er als elfjähriger Bub Wolfgang Staudte, den er bis heute für einen der besten Filmregisseure hält. Ohne dass er es damals ahnte, prägten diese Berliner Besuche sein späteres Berufsleben.

Schon früh wollte Reinhard Schwabenitzky Schauspieler werden, mit 14 Jahren gab der leidenschaftliche Kinogeher diesen Wunsch bald zu Gunsten der Regie auf. Nach der Matura im Jahr 1968 arbeitete er bei den Salzburger Festspielen und studierte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Abteilung Film und Fernsehen, in Wien. Er inskribierte für die Hauptfächer Regie und Kamera und als Gaststudent Schnitt und Drehbuch. Schwabenitzky nahm jede Arbeit in der Wiener Film- und Fernsehbrache an, wurde Regieassistent bei Axel Corti, Franz Antel und Bernhard Wicki und drehte als Kameramann eine TV-Serie und Werbespots. Seinen Diplomfilm, "Die Lebensaufgabe", drehte Reinhard Schwabenitzky zwei Jahre vor der Diplomprüfung. Nachdem dieser im ORF gezeigt wurde, erhielt er sein erstes Angebot als Regisseur: "Schwester Martha verzichtet auf ihr Glück". Der Erfolg der Satire war so groß, dass kurz darauf das nächste Angebot kam: "Die Entführung einer unmündigen Person" und bald darauf "Salz der Erde".

Mit "Salz der Erde" und der daraus resultierenden ORF-Serie "Ein echter Wiener geht nicht unter" schrieb Reinhard Schwabenitzky Mitte der siebziger Jahre österreichische Filmgeschichte: Er setzte die ersten 13 Folgen der zum Kult avancierten TV-Serie mit Karl Merkatz als "Mundl" Sackbauer in Szene, der fast 20 Jahre später, 1994, eine von Schwabenitzky inszenierte Kinofilmversion folgen sollte. Für den "echten Wiener" wurde der Jungregisseur mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet, einem der wichtigsten Fernsehpreise des deutschen Sprachraums. So kam es, dass Reinhard Schwabenitzky 1975 bereits als angesehener Regisseur die Diplomprüfung für die Fächer Kamera und Regie ablegte.

Seitdem folgten kontinuierlich zahlreiche Film- und Fernseharbeiten, außerdem Werbespots für TV und Kino, Industriefilme sowie Inszenierungen an verschiedenen Bühnen (Theater in der Josefstadt/Wien, Renaissance-Theater/Berlin, Landestheater Salzburg).

Zahlreiche TV-Serien tragen Reinhard Schwabenitzkys Handschrift, zu den wichtigsten zählen - neben "Ein echter Wiener geht nicht unter - , unter anderem "Büro, Büro", "In Zeiten wie diesen", "Kaisermühlen Blues" und die sechsteilige Politsatire "Ein idealer Kandidat", die ab 20. Juli 2003 im ORF zu sehen sein wird. Während seiner Zeit in Deutschland - er arbeitete zehn Jahre lang u. a. in München - realisierte Schwabenitzky in den achtziger Jahren für die Kinoleinwand die Didi Hallervorden-Streifen "Der Doppelgänger" und "Der Experte" oder auch die "Eis am Stiel"-Folge Nummer 8 mit dem Titel "Summertimeblues". In Deutschland lernte er auch die Schauspielerin Elfi Eschke kennen, die er einige Jahre später heiratete. Mit ihr gemeinsam setzte er Filmerfolge wie die Ausländersatire "Ilona und Kurti", den Politthriller "Hannah", die Komödie "Verlassen Sie bitte Ihren Mann" sowie die "fast perfekte" Komödientrilogie - "Ein fast perfekter Seitensprung", "Eine fast perfekte Scheidung" und "Eine fast perfekte Hochzeit" - in Szene. Eschke war und ist Protagonistin in seinen jüngsten Filmen "Meine Schwester das Biest", "Zwei Väter einer Tochter" und der Fortsetzungskomödie "Mit nichts nach oben - Zwei Väter einer Tochter 2".

Mit Elfi Eschke und seinen beiden Kindern aus erster Ehe, Markus und Martina, zog Reinhard Schwabenitzky Ende der achtziger Jahre in die Nähe Salzburgs. Dort gründete er die SK-Film, mit der er seinen ersten Spielfilmerfolg "Ilona & Kurti" produzierte. Ein Jahr später verließ er die SK-Film und gründete die Star*Film GmbH. 1996 kam sein drittes Kind, Lucas, zur Welt. Seither widmet sich Reinhard Schwabenitzky vermehrt der Stoffentwicklung und dem Drehbuchschreiben.

Preise und Auszeichnungen (eine Auswahl):

1978 Goldene Kamera für "Ein echter Wiener geht nicht unter"
Goldene Truhe (Moskau/Sofia) für "Der Einstand"

1992 Ernst-Lubitsch-Preis der deutschen Filmkritik und Österreichischer Filmpreis für "Ilona & Kurti"

1994 "Best Entertaining Movie" (Harare/Simbabwe) für "Verlassen Sie bitte Ihren Mann"

1995 Sechs goldene Kassetten für die Videoedition "Mundl - Ein echter Wiener geht nicht unter"

1997 Dame Yudy Anderson Awards (Santa Barbara) und Österreichischer Beitrag für den Auslands-Oscar für "Hannah"

1998 Romy und Österreichischer Filmpreis für "Eine fast perfekte Scheidung"

 

 
Film und Fernsehen
(eine Auswahl):

1974 "Schwester Martha verzichtet auf ihr Glück"
"Entführung einer unmündigen Person"

1975-1977 "Ein echter Wiener geht nicht unter"

1976 "Verdacht"
"Kleinere Taschenkunststücke"

1977 "Der Einstand"
"Die goldene Rose von Montreux"

1979 "Gute Genesung"
"Feuer!"

1979-1980 "Parole Chicago"

1980 "Der ganz normale Wahnsinn"
"Wie das Leben so spielt"
"Der ganz normale Wahnsinn"

1982 "Tour de Ruhr"
"Die Zukunft unserer Ahnen"

1982-1983 "Die 5. Jahreszeit"

1983 "Ein Fall für zwei"
"Vater und Sohn"

1983-1986 "Büro, Büro"

1984 "Didi, der Doppelgänger"
"Engel auf Rädern"

1985 "Stichwort"

1986 "Die Schlossherren"
"Tatort - Die Macht des Schicksals"

1987 "Tatort - Gegenspieler"
"Reschkes großer Dreh"

1988 "Summertime Blues"
"Didi, der Experte"
"Und ewig ruft St. Alpi"

1990 "In Zeiten wie diesen"

1991 "Ilona & Kurti"

1992-1994 "Kaisermühlen Blues"

1993 "Verlassen Sie bitte Ihren Mann"

1994-1996 "Ein idealer Kandidat"

1995 "Ein fast perfekter Seitensprung"

1996 "Hannah"

1997 "Eine fast perfekte Scheidung

1999 "Eine fast perfekte Hochzeit"

2001 "3 Frauen, 1 Plan und die ganz große Kohle"
"Meine Schwester das Biest"

2002 "Zwei Väter einer Tochter"

2003 "Frechheit siegt"

2004 "Gefühl ist alles"

2005 "Schön, dass es dich gibt"
"Conny und die verschwundene Ehefrau"

2006 "Oben ohne", TV-Serie, Staffel 1

2007 "Oben ohne", TV-Serie, Staffel 2

2008 "Oben ohne", TV-Serie, Staffel 3

2009 "Oben ohne"-Weihnachtsspecial
"Furcht und Zittern", Kino

2010 "Oben ohne - Die türkische Braut"

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