Schauspielerin, Regisseurin, Sängerin und Autorin Erika Pluhar wurde am 28. Februar 1939 in Wien geboren. Im Alter von 16 Jahren war Pluhar magersüchtig und dem Schönheitsdrang verfallen.
"Der Kampf um die Schönheit hat das Leben sehr verdüstert. Ich fand mich nie so schön wie meine Kollegen und somit bin ich in eine ganz starke Anorexie hineingerutscht", erzählt Pluhar. Erst ein Urlaub bei zwei Bäuerinnen, die ihr Leben ganz allein meisterten, machten ihr wieder Mut zum Leben. Heute ist Erika Pluhar eine vehemente Gegnerin des krampfhaften Festhaltens der "Jugend" durch Schönheitsoperationen.
1959 machte Erika Pluhar ihren Abschluss am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und wurde kurz darauf Schauspielerin am Burgtheater, wo sie bis 1999 Ensemblemitglied war. Pluhar: "Direktor Haeusserman, der Mann von meiner Lehrerin, hat mich im Musical 'Kiss Me, Kate' gesehen und mich engagiert."
Es folgten erste Rollen im Theater und Auftritte in TV-Bearbeitungen. Mit der Übernahme der Burgtheater-Direktion durch Claus Peymann 1986 kam es zu Konflikten zwischen dem neuen Direktor und Erika Pluhar. Die Schauspielerin bekam immer weniger Rollen. Heute sieht sie darin auch etwas Positives: "Direktor Peymann hat etwas beschleunigt, was irgendwann sicher eingetreten wäre - ich bin zur Schriftstellerin geworden."
Zweimal war Erika Pluhar verheiratet - zweimal mit sehr schwierigen Männern. In ihrer ersten Ehe mit Udo Proksch entstammt Tochter Anna. Pluhar: "Udo Proksch war eine herausragende Person - er war eine sehr wissende, sehr gefährliche und sehr reiche Person."
Der zweite schwierige Mann an Erika Pluhars Seite war André Heller. "Ich war wieder der Müllabladeplatz und gleichzeitig die Verkörperung dessen, was er noch nicht war", erzählt die Schauspielerin.
Ein weiterer wichtiger Partner in ihrem Leben war Peter Vogel, der sich 1978 das Leben nahm. Ein schwerer Verlust für Erika Pluhar: "Er war Alkoholiker und hat gewusst, er kann sich nicht lösen. Das Leben war für ihn eine Qual."
Doch kein Verlust war so groß, wie der ihrer Tochter Anna, die 1999 an den Folgen eines Asthmaanfalls starb. Ihr Sohn lebt heute bei seiner Großmutter und hat ihr einen Sinn zum Weiterleben gegeben. Erika Pluhar: "Weiter geht es, wenn man an das Leben glaubt und sich dafür entschließt, und ich hatte einen Enkel, für den ich da sein musste."
Ein großer Teil der Trauerarbeit manifestiert sich in Pluhars Büchern. In den vergangenen 20 Jahren hat sich ihr Schaffen immer mehr dem Schreiben zugewandt.