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7. Prälat-Leopold-Ungar-Preis: Auszeichnung für ORF-Journalistinnen und ORF-Journalisten
© Isabelle Engels
Isabelle Engels

Ausgezeichnet wurden Isabelle Engels, Münire Inam und Ernst Johann Schwarz. Anerkennungen für Georgia Schultze, Elisabeth Putz, Zoran Dobric, Markus Mörth und Danielle Proskar.

Mit dem renommierten "Prälat-Leopold-Ungar-Preis" wurden am 10. November 2010 Münire Inam und Ernst Johann Schwarz vom "Report" für ihren Beitrag "Österreich ohne Ausländer" ausgezeichnet, Ö1-Redakteurin Isabelle Engels erhielt für ihr Feature "Die Kinder vom Schwedenstift" den Hauptpreis in der Kategorie Radio, Anerkennungspreise gab es für Georgia Schultze und Elisabeth Putz (Ö1), Zoran Dobric ("Thema") sowie Markus Mörth und Danielle Proskar ("kreuz und quer").

Basler "featurepreis" für die Ö1-"Hörbilder"
Eine weitere Auszeichnung für die Ö1-"Hörbilder" kommt aus der Schweiz: Beim 4. "featurepreis" der Stiftung Radio Basel wurde das Feature "Verkauft" von Ö1-Autor und Regisseur Christian Lerch mit dem zweiten Platz prämiert.

ORF-Radiodirektor Karl Amon gratuliert den Preisträgern: "Die öffentlich-rechtlichen Aufgaben werden durch die hervorragende redaktionelle Qualität bei Radio Ö1 mehr als sichergestellt. Neben dem Hauptpreis des 'Prälat-Leopold-Ungar-Preises' in der Kategorie Radio für Isabelle Engels Hörbild 'Die Kinder vom Schwedenstift' gehen die Anerkennungspreise ebenfalls an Ö1-Journalistinnen: an Georgia Schultze für ihre 'Journal Panorama'-Reportage 'Endstation Zwangsprostitution? Verraten, versklavt, verkauft', die auch kürzlich mit dem Radiopreis der Erwachsenenbildung ausgezeichnet wurde, und an Elisabeth Putz für ihr Hörbild 'Inferno Lifestream'. Darüber hinaus konnte Christian Lerch den 2. Preis des 'Featurepreises der Stiftung Radio Basel' gewinnen. Die Preise sind einerseits Prämierungen für erstklassige Journalist/innen, andererseits zugleich eine Würdigung des gesamten Qualitätsjournalismus auf Ö1.".

Ausgezeichnet werden beim Prälat-Leopold-Ungar-Preis jedes Jahr herausragende journalistische Arbeiten, die sich mit Themen wie Armut, Wohnungslosigkeit, Flucht, Migration, Alter, Krankheit oder Diskriminierung auseinandersetzen und Toleranz und Verständnis im Umgang mit Menschen an den Rändern der Gesellschaft fördern. Der Preis wurde heuer bereits zum siebten Mal von der Caritas der Erzdiözese Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien vergeben und ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert.

Prämierter Report-Beitrag "Österreich ohne Ausländer"
Ernst Johann Schwarz und Münire Inam führen in ihrem prämierten Report-Beitrag "Österreich ohne Ausländer" mit den dramaturgischen Mitteln des Fernsehens "Ausländer raus"-Rufe und "Migranten-Stopp"-Ansagen der Wahlkampf-Populisten ad absurdum. "Hervorzuheben ist der kreative Kunstgriff eines "Was wäre wenn"-Spiels, in dem Pfarrer, Kabarettisten und VerantwortungsträgerInnen vom Krankenhaus über die Bauwirtschaft bis zum Fußball "mitspielen" und authentische Aussagen über ein Österreich ohne AusländerInnen machen. Dadurch wird die Fiktion vorübergehend zur Realität und die Misere, in die Österreich geraten würde, noch glaubwürdiger vor Augen geführt", so die Jurybegründung.

Hauptpreis an Isabelle Engels
In ihrem im Rahmen der Ö1-"Hörbilder" ausgestrahlten Feature "Die Kinder vom Schwedenstift" erzählt Isabelle Engels mit journalistischem Einfühlungsvermögen von schwerstbehinderten Kindern und ihren Beziehungen: zu den Eltern, zur Pflegemutter, zu den Betreuern. Aus der Jurybegründung: "Isabelle Engels hat eine Sendung gestaltet, in der scheinbar Unmögliches gelungen ist: Ein Radio-Porträt von Menschen, die sich akustisch nur durch Schreien und Heulen ausdrücken können, und der Menschen in ihrer Umwelt. Mit großer Sensibilität und ohne falsches Pathos erzählt das Hörbild über die unterschiedlichen Beziehungen von jungen Menschen, die weder sprechen, gehen oder selbständig essen können, zu den Menschen in ihrem Leben. Engels professioneller Zugang ist dabei nie aufdringlich, sie vermeidet Fragestellungen nach dem Wert eines solchen Lebens oder voyeurhafte Beschreibungen von Elternleid oder physischer und psychischer Belastung der Pflegepersonen." Anerkennungspreise an die Ö1-Redakteurinnen Georgia Schultze und Elisabeth Putz
Anerkennungspreise für hervorragende journalistische Leistungen wurden in der Kategorie Radio an die Ö1-Redakteurinnen Georgia Schultze und Elisabeth Putz vergeben. Georgia Schultzes Reportage "Endstation Zwangsprostitution? Verraten, versklavt, verkauft" in der Ö1-Reihe "Journal Panorama" behandelt eine Verbrechenskategorie globalen Ausmaßes. Schultze geht dem Schicksal einer jungen Frau aus Georgien nach, die von einer vermeintlichen Freundin an ein Bordell in der Türkei verkauft wurde. Die Reportage beleuchtet darüber hinaus die Hintergründe, erklärt, warum so wenige Frauen sich an die Behörden wenden und beschreibt die Probleme von Organisationen wie "Exit" und "World Vision", die Opfer betreuen und sich im Kampf gegen den Menschenhandel engagieren. Elisabeth Putz' Feature "Inferno Lifestream" wurde in den Ö1-"Hörbildern" gesendet. Schauplatz ist die Stadt Arusha in Tansania, aus deren Stadtbild in Abständen "störende Elemente" wie Straßenkinder, Obdachlose oder Leprakranke behördlich entfernt werden. Interviews mit vertriebenen Straßenkindern und ihre direkten Beobachtungen und Reflexionen, an Ort und Stelle auf Band gesprochen, gestaltete Elisabeth Putz kreativ und mit vollem Einsatz radiophoner Mittel zu der ausgezeichneten Sendung. "Inferno Lifestream" ist eine beeindruckende Darstellung der Lebensumstände von Menschen in einer afrikanischen Stadt, in der neben Luxushotels für ausländische Touristen tiefste Armut existiert.

Weitere Auszeichnung für die Ö1-"Hörbilder"

Für sein Ö1-"Hörbild" "Verkauft. Wie Ayub, Akhdar, Ahmed und Abu Bakr im Gefangenenlager Guantanamo Bay landeten" wird Ö1-Redakteur Christian Lerch mit dem "featurepreis" der Stiftung Radio Basel ausgezeichnet. Der "featurepreis" der Stiftung Radio Basel wird 2010 zum vierten Mal vergeben. Nach zwei Jahrzehnten Hörspielpreis rief die Stiftung Radio Basel 2007 die bisher einzige Feature-Auszeichnung für deutschsprachige Produktionen ins Leben. Die festliche Preisübergabe findet am 26. November 2010 in Basel statt.

Lerchs Feature erzählt die Geschichte von vier uigurischen Flüchtlingen, die von pakistanischen Dorfbewohnern als "enemy combatants" für 5.000 Dollar pro Kopf an die US-Armee verkauft und ins Gefangenenlager Guantánamo verfrachtet werden. Heute leben sie in Albanien. Im Zentrum von "Verkauft!" steht die Odyssee der vier Männer, von ihnen selbst eindrücklich erzählt. Doch das Feature zeigt auch weltpolitische Zusammenhänge auf, ordnet ein, klärt auf und bezieht klar Stellung. Die raffiniert gemachte Hördokumentation hat der ORF in Zusammenarbeit mit SWR und WDR produziert und sie wird in der Hörbuchreihe des Christoph Merian Verlag als CD erscheinen.

 

 

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