Ob Bagdad oder Afghanistan - seine Arbeitsplätze sind die gefährlichsten Gebiete der Welt. Seit mehr als 20 Jahren sorgt Dr. Friedrich Orter auf unvergleichliche Art dafür, dass das ORF-Publikum auch über Krieg und Leid aus den Krisenregionen rund um den Globus aus erster Hand informiert ist.
Friedrich Orter wurde am 10. Juli 1949 in St. Georgen im Lavanttal geboren. Der promovierte Historiker begann seine ORF-Karriere 1975 gleich nach seinem Studium. Zuerst arbeitete er für die Kurzwelle, ehe er zur neu gegründeten ORF-Osteuroparedaktion stieß. Seine "Lehrmeister" damals: Paul Lendvai und Barbara Coudenhove-Kalergi.
Den ersten Einsatz im Ausland absolvierte er Anfang der achtziger Jahre in Polen, wo er über Lech Walesas Solidarnosc berichtete.
Ein weiterer Einsatz führten ihn 1989 beim Sturz des Ceausescu-Regimes nach Rumänien, wo laut Orter "praktizierter Surrealismus" herrschte, auf den Balkan während des Zerfalls Jugoslawiens - "dort habe ich gesehen, wozu ein Mensch fähig sein kann". Seit damals war der Balkanexperte bei jeder Krise in dieser Region für den ORF dabei.
1991 berichtete Orter vom Bürgerkrieg in Jugoslawien. Dabei musste er aus Sicherheitsgründen vom ORF kurzfristig abgezogen werden, nachdem der jugoslawische Generalmajor Milan Aksentijevic auf einer Pressekonferenz Orter als einzigen West-Journalisten namentlich attackiert und bedroht hatte.
1994 meldete sich Orter für den ORF regelmäßig aus den Kriegsgebieten rund um Sarajewo. Zu einer der dramatischsten Erlebnisse kam es 1997 während des albanischen Bürgerkriegs. Während der Dreharbeiten im Land wurden er und sein Team von maskierten Banditen überfallen, des Autos, der Kameras und des Gepäcks beraubt und "bis auf die Unterhose" ausgezogen. Auf dem anschließenden Fußmarsch Richtung Tirana wurden Ortner und sein Team ein weiteres Mal ausgeraubt.
Friedrich Orter berichtete und berichtet unter anderem aus den Balkankriegen, vom Afghanistan- und Irakkrieg und aus den Krisengebieten in Zentralasien, dem Nahen und Mittleren Osten.
Die Angst ist bei seiner Arbeit laut Orter "ein lebensnotwendiger Abwehrmechanismus". Unterstützung erhält er von seiner Frau Roswitha, die mit der Sorge um ihren Mann umzugehen lernte. Friedrich Orter: "Meine Frau weiß, dass ich kein Abenteurer bin."
Für seine Reportagen und Dokumentationen bekam Dr. Friedrich Orter den Dr.-Karl-Renner-Preis für Publizistik, den Preis des Österreichischen Roten Kreuzes, den Romy-Fernsehpreis, den OSZE-Preis für Journalismus und Demokratie und den Dr.-Felix-Ermacora-Preis für Menschenrechte.