Begonnen hat alles mit der ersten Hofopernsoiree im Dezember 1877. Johann und Eduard Strauß gaben damals ihr erstes gemeinsames Konzert mit den Wiener Philharmonikern. Und als Eduard Strauß seine "Opern-Soirée-Polka" aufführte, wurden in der Oper die Sessel weggeräumt, und die Wiener tanzten! Aber was den Wienern gefiel, war dem Kaiser damals nicht besonders recht. Und so titelte das "Wiener Fremdenblatt" am folgenden Tag: "Wiener Blut und Wiener Mut setzen sich durch."
Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts gab es jedes Jahr - mit Ausnahme des Todesjahres von Kronprinz Rudolf - mehrere Opern-Redouten, den ersten auch als solchen bezeichneten "Opernball" feierte man 1935. Angesichts der bedrohlichen politischen Verhältnisse verstand man dies damals als eine Demonstration der Selbstbehauptung eines kleinen krisengeschüttelten Staates.
Zuletzt wurde im Haus am Ring 1939 getanzt, ehe der Ball für 16 Jahre ausgesetzt wurde. Der erste Opernball nach dem Krieg war eine gesellschaftliche Sensation. Zum ersten Mal nach entbehrungsreichen Jahren konnte man wieder Frack und große Abendroben bewundern! Die Öffnung der Wiener Staatsoper und der Opernball galten als Symbol für das wieder auferstandene Land.
Den Opernball begleitet das österreichische Fernsehen seit dem Jahr 1956, als es ein Jahr nach der Staatsvertragsunterzeichnung, erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder hieß: "Alles Walzer". Das damalige Fernsehen - noch im "Versuchsstadium" - war von Anfang an dabei, freilich noch mit nachträglichen Filmberichten in Schwarz-Weiß. Aber bereits im Jahr 1960 gab es einen ersten Versuch, das Geschehen vom Opernball live zu übertragen. In den folgenden 13 Jahren wurde davon wieder Abstand genommen, 1973 gab es wieder eine Live-Übertragung. Seit 1980 ist die Übertragung dieser alljährlichen Institution fixer Live-Bestandteil im ORF-Programm.
Bis heute hat der Opernball nichts von seiner Faszination eingebüßt. Bewundert und oft kopiert, sorgt der Wiener Opernball seit Jahrzehnten für internationale Schlagzeilen.
Das sind die ORF-Moderatoren, die seit 1980 den Opernball in die TV-Haushalte brachten:
1980
Horst Friedrich Mayer, Robert Hochner, Ursula Stenzel und Hans-Paul Strobl
1981
Horst Friedrich Mayer, Eva Maria Klinger, Robert Hochner, Gerhard Vogl und Erwin Fischer
1982
Gertrude Aubauer, Gerhard Vogl, Erwin Fischer, Walter Seledec
1983
Erwin Fischer und Gerhard Vogl
1984
Horst Friedrich Mayer, Ursula Stenzel, Erwin Fischer und Gerhard Vogl
1985
Horst Friedrich Mayer, Erwin Fischer, Gerhard Vogl, Nora Frey, Reinhold Henke, Herbert Dobrovolny, Walter Seledec und erstmals Vera Russwurm für 3sat
1986
Nora Frey, Ricarda Reinisch, Ernst Grissemann, Erwin Fischer, Gerhard Vogl und Reinhold Henke
1987
Horst Friedrich Mayer, Nora Frey, Alfred Stamm, Gertrude Aubauer, Wolfgang Pav, Herbert Dobrovolny und Robert Reumann
1988
Herbert Dobrovolny, Erwin Fischer und Nora Frey
1989
und 1990 Erwin Fischer und Herbert Dobrovolny
1991
wurde der Opernball wegen des Golfkriegs abgesagt
1992 und 1993
Erwin Fischer und Herbert Dobrovolny
1994
Max Schautzer, Eva Twaroch, Dieter Chmelar und Catherina Braunsteiner
1995 bis 1998
Horst Friedrich Mayer, Barbara Stöckl und Alfons Haider
1999
Günther Ziesel, Ingrid Thurnher und Alfons Haider
2000
Ingrid Thurnher, Barbara Rett, Dieter Chmelar und Karl Hohenlohe
2001
Ingrid Thurnher, Dieter Chmelar, Christoph Wagner-Trenkwitz und Karl Hohenlohe
2002
Ingrid Thurnher, Alfons Haider, Christoph Wagner-Trenkwitz und Karl Hohenlohe
2003, 2004 und 2005
Arabella Kiesbauer, Alfons Haider, Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz
2006
Arabella Kiesbauer, Alfons Haider, Karl Hohenlohe, Christoph Wagner-Trenkwitz und Tamee Harrison
2007
Arabella Kiesbauer, Alfons Haider, Karl Hohenlohe, Christoph Wagner-Trenkwitz, Barbara Rett und Tamee Harrison
2008
Claudia Stöckl, Alfons Haider, Karl Hohenlohe, Christoph Wagner-Trenkwitz und Barbara Rett
2009
Alfons Haider, Barbara Rett, Elke Winkens, Dorian Steidl, Marie-Claire Zimmermann sowie Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz
2010
Alfons Haider, Claudia Reiterer, Barbara Rett, Dominic Heinzl, Kati Bellowitsch sowie Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz
2011
Alfons Haider, Mirjam Weichselbraun, Barbara Rett, Kati Bellowitsch, Klaus Eberhartinger sowie Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz