Gastkoch: Mario Lohninger, "Silk" & "Micro" (Frankfurt a. M., Deutschland)
Eckart Witzigmann präsentiert Spitzenköche im Hangar 7
Er "führt die angesagtesten Spitzenküchen der Welt auf hohem Niveau zusammen", urteilte Gault Millau über den gebürtigen Österreicher - dass er das aus eigener Erfahrung tut, belegt Mario Lohningers Werdegang: Unter anderem zählten Werfen (Obauers), München (Haas), New York (Schoenegger), Los Angeles (Puck) und Paris (Savoy) zu den Stationen seiner Weltreise.
Derzeit verzaubert Lohninger "Silk" und "Micro", die beiden Restaurants im Frankfurter "CocoonClub" von DJ-Ikone Sven Väth.

Eckart Witzigmann mit Gastkoch Mario Lohninger
Die ganze Welt ist Österreich
Sehr viele Spitzenköche sind - vor allem während ihrer Ausbildung - Globetrotter, aber wenn Mario Lohninger aus seinem Leben plaudert, ist ein Globus tatsächlich ein äußerst nützliches Instrument zur Wahrung der Orientierung. Einige der Küchen, in denen der gebürtige Österreicher gelernt hat: bei Rudi und Karl Obauer (in Werfen im Salzburger Land), bei Hans Haas im "Tantris" (München), bei Theo Schoenegger (New York), bei Wolfang Puck im "Spago" (Los Angeles), bei Guy Savoy (Paris), dann wieder im "Spago", diesmal in Palo Alto.
Nachdem er nicht nur die Flugpläne der großen Airlines, sondern auch einige der besten Küchen der Welt kennen gelernt hatte, war 1999 Zeit für ein eigenes Restaurant, den richtigen Partner fand er in David Bouley, den richtigen Platz in New York. Sein "Danube" wurde ein voller Erfolg, auch bei den Kritikern: Vom US-Guide Zagat wurde es zum "Best New Restaurant" gekürt, von der New York Times mit drei Sternen.
Als sich Mario Lohninger 2004 einem neuen Projekt zuwandte, war er erst 30 Jahre alt, und doch reichten seine Karriere-Stationen eigentlich schon für zwei Biografien. Vielleicht suchte er sich deshalb eine Aufgabe aus, die eigentlich aus zwei bestand: nämlich das "Silk" und das "Micro", die beiden Restaurants im Frankfurter "CocoonClub" von Deutschlands DJ-Ikone Sven Väth. Während im "Micro" à la carte Lohningers Lieblingsgerichte aus aller Welt zubreitet werden, und das Restaurant spätabends im Clubbing-Geschehen aufgeht, ist das "Silk" ganz als experimentierfreudiger Gourmet-Tempel konzipiert: Serviert wird hier ein 10-Gang-Menü, das nach römisch-asiatischem Vorbild im Liegen genossen wird. Vor so viel innovativer Entschlossenheit zog auch der Gault Millau seinen Hut und kürte Lohninger zur "Entdeckung des Jahres 2005". Hauben wurden freilich auch verteilt: dem "Micro" zwei, dem "Silk" drei.
Die weißen Lederliegen des "Silk" wird Mario Lohninger wohl nicht zu seinem im Jänner 2007 stattfindenden Gastauftritt im Hangar-7 mitbringen. Dafür aber sein außerordentliches Talent, "die angesagtesten Spitzenküchen der Welt auf hohem Niveau zusammenzuführen" (Gault Millau).
Bei seinen Gerichten schöpft Lohninger aus seiner reichen Biografie. Er versteht es, die österreichische Küche mit ausgesuchten Zutaten aus aller Welt zu überraschenden Kombinationen zu verbinden. So wird der Erdäpfelsalat beispielsweise mit schwarzem Trüffel verfeinert, der Seeteufel mit Schwarzwurzeln und Petersilienjus serviert oder der mit Dörrpflaumen glacierte Rehrücken mit Maronen und Rotkraut angerichtet, Letzteres umgeben von einer aus Schokolade und Wacholder komponierten Lebkuchensauce.
 | SO 7. JÄNNER 2007 (EA) | 9.05 UHR |