6.1.2010, 18.00 Uhr, ORF 2
Wenn Walter Kaltenhauser, Haustechniker des Alpincenters am Kitzsteinhorn, noch vor Sonnenaufgang seine allmorgendliche Runde absolviert, die Wetterwerte abliest und telefonisch nach unten ins Tal weitergibt, dann weiß er, was auf ihn zukommt: Mehr als 10.000 Menschen werden an starken Tagen hier oben erwartet - eine Kleinstadt am Berg.
Wir fahren mit den Pistenbullys aus, die jeden Morgen ab 3.00 Uhr im Licht ihrer Scheinwerfer die Pisten präparieren und beobachten Walter Kaltenhauser beim Warten der Panoramakamera, die täglich ihre Bilder in die Hotelzimmer der Region schickt. Eine Erfindung übrigens, die erstmals hier am Kitzsteinhorn zur Anwendung kam.
Im Lokal Gletschermühle verrät Küchenchef Gerhard Langreiter das Rezept zu seinen beliebten Kaspressknödeln.
Walter Arnold, der in den 60er Jahren unter dem Kitzsteinhorn am Bau der bis heute höchsten Seilbahnstütze der Welt beteiligt war, erinnert sich an die damalige Aufbruchsstimmung, die aus dem armen Bergführerdorf Kaprun ein mondänes Ski-Mekka machte. Und er schildert die widrigen Arbeitsbedingungen, die damals auf der Baustelle am Berg herrschten.
Heute hat die Region rund um den Zeller See aber mehr zu bieten als Pistenspass für Skifahrer und Snowboarder:
Seit Johannes Schwaninger das Hotel Steinerwirt von seinen Eltern samt Gasthof übernommen und nach seinen Vorstellungen umgebaut hat, hat sich im Haus einiges getan. Nicht nur, dass der studierte Philosoph und Psychologe dafür seinen Wohnsitz in New York aufzugeben bereit war. Er wollte seinen internationalen Lebensstil auch mit nach Zell am See bringen, modernisierte also gefühlvoll - eine dauernde Möbelausstellung in den Hotelgängen beweist Schwaningers Liebe zu gutem Design.
Das Herzstück des Hauses ist aber der Gasthof-Bereich. Zwei wunderschöne alte Stuben blieben beinahe unverändert. Und ein Hotel ohne Gaststättenbetrieb sei wie ein Friedhof, so Schwaninger.
Küchenchef Karl Heimberger bereitet ein großes Festtagsessen zu: Knusprig gebratene Bauernente mit Knödelbrotfülle an Orangen-Majoransafterl und Apfelrotkraut.
Anton Thuswaldner, ein Kapruner Künstler von internationalem Renommee, lässt vor unseren Augen ein Bild entstehen; und Achim Storz, ein internationaler Designer, gewährt "Aufgetischt" als erstem Fernsehteam Einblick in die Design-Produktionsschritte eines brandneuen Elektroautos.
Ursprünglich war Achim Storz bei Porsche als Designer tätig. Dass die berühmte Autobauerdynastie von hier stammt, ist bekannt. Weniger bekannt ist freilich, dass die Familie auch eine landwirtschaftliche Ader hat. Im Schüttgut, einem vorbildlich geführten biologischen Betrieb, züchten sie die berühmten Pinzgauer Rinder. Sauberkeit, frische Luft, zufriedene Kühe. Senner Hermann kümmert sich um die Tiere. Was genau aber macht ein Senner im Winter?
Das zweite Skigebiet in der Region ist die Schmittenhöhe. Seit 1995 stehen etwa 30 überlebensgroße Skulpturen am Rand der zahlreichen Pisten. Mit 180 Hektar Ausstellungsfläche Europas größte Kunstgalerie im Freien.
Auf halbem Weg nach oben befindet sich die Areitalm, wo in 1400 Meter Seehöhe die erste "Vinothek am Berg" zu finden ist. Almchef Wilfried Sock serviert für "Aufgetischt" eine Sulz vom Pinzgauer Tafelspitz.
Innovation und Tradition , diese beiden Begriffe drängen sich auf angenehme Weise immer wieder auf. Alexander Forbes Küchenchef im Hotel Antonius und darüber hinaus Lehrmeister für Kollegen aus der Branche und persönlicher kulinarischer Berater seiner Gäste bereitet ein Festtagsabendessen zu, traditionelle Basis- innovative Ausführung: Lachsforelle mit Wildkräutern, Wurzelgemüsestreifen und Erdäpfelscheiben - im Pergament gegart.
Am Ende des Films sitzen die vier Köche des Films, allesamt gute Bekannte, nach getaner Arbeit beim Jagawirt zusammen. Der Chef des Hauses, Rainer Schorer, serviert eine Dessertvariation auf einer dunklen Marmorplatte.
 | 6. JÄNNER 2010 | 18.00 UHR |
[Erstausstrahlung: 25. DEZEMBER 2008, 18.00 UHR, ORF 2]