Der "Grand Prix Eurovision de la Chanson" - mit seiner mittlerweile mehr als einer Milliarde Zuseher und -hörer in Europa, Australien, Kanada, Südkorea und China das größte musikalische Fernsehereignis der Welt - findet jedes Jahr als Koproduktion der EBU (European Broadcasting Union) statt. Seit der ersten Veranstaltung am 24. Mai 1956 im Schweizer Lugano hat sich die Teilnehmerzahl von damals sieben EBU-Ländern auf 46 erhöht. Viele ehemalige Ostblockstaaten schlossen sich der EBU-Vereinbarung an und beabsichtigten eine Teilnahme am Song Contest. Das Reglement des Wettbewerbs hat die Zahl der Aktiven 1994 allerdings auf 25 beschränkt, 1995 waren überhaupt nur mehr 23 Länder zugelassen.
Seinen größten Stellenwert hatte der Grand Prix in den siebziger Jahren. Bis zu fünf Titel der aktuellen Ausscheidungen konnten sich damals mühelos in den internationalen Charts platzieren - ein Sieg war gleichbedeutend mit Hitparadenstürmen in England und Deutschland.
Was in den fünfziger Jahren als Chansonwettbewerb konzipiert war, wurde mit dem Beitritt Englands bald zu einem Bewerb der kommerziellen Popmusik. Auch die englische Bezeichnung "Eurovision Song Contest" schränkt weniger ein als das französische Pendant.
Mit dem Auftritt und Sieg der schwedischen Gruppe Abba im Jahr 1974 wandelte sich das Bild des Song Contest einmal mehr gravierend. Der rockige Titel "Waterloo", die ungewöhnliche Bühnenshow und die außergewöhnlichen Kostüme animierten in den Folgejahren auch andere Länder, ihre Beiträge modischer, schneller, bunter zu gestalten. Auch die Zahl der Gruppenauftritte stieg sprunghaft an. Bis 1973 waren auf den Song-Contest-Bühnen fast ausschließlich Solointerpreten zu finden.
"Autriche: douze points" - Österreich und der Song Contest
"Autriche: douze points": Allzu oft war dieses Voting beim Song Contest nicht zu hören. Obwohl österreichische Künstler in den 52 Jahren, die es diesen Bewerb jetzt gibt, nur neunmal nicht aktiv an der Ausscheidung beteiligt waren, gelang Österreich bis dato nur ein Sieg. 2011 schaffte Nadine Beiler zum ersten Mal, seit es Semifinalrunden gibt, den Einzug ins Finale und zum ersten Mal erhielt Österreich in der "Song Contest"-Geschichte 12 Punkte aus Deutschland.
"See you next year in Austria" hieß es, als der charmante Pianist mit seinem "Merci chérie" 1966 die Herzen der Luxemburger im Sturm eroberte. Bei seinem dritten Song-Contest-Auftritt holte Udo Jürgens den Event zum ersten und bisher letzten Mal nach Wien. Aber auch bei seinen früheren Auftritten schnitt der Schlager-Professor hervorragend ab. Mit einem vierten Platz 1965 ("Sag ihr, ich lass sie grüßen") und einem fünften Platz im Jahr davor ("Warum nur warum?") führt Udo Jürgens die österreichische Song-Contest-Bestenliste eindeutig an.
Vier weitere Platzierungen auf Rang fünf gelangen in den Jahren 1958 ("Die ganze Welt braucht Liebe" / Liane Augustin), 1972 ("Falter im Wind" / Milestones), 1976 ("My Little World" / Waterloo und Robinson) und 1989 ("Nur ein Lied" / Thomas Forstner).