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"So wie du bist": Berührungsängste abbauen mit neuer ORF-Murnberger-Tragikomödie
Fotocredit: ORF/Milenko Badzic
Petra Morzé, Sebastian Urbanski, Karlheinz Hackl


 


 

Fotocredit: ORF/Milenko Badzic
Juliana Götze, Lukas Resetarits


 


 

Fotocredit: ORF/Milenko Badzic
Wolfgang Murnberger


Dreharbeiten abgeschlossen, Ausstrahlung am 11. April 2012

"Gibt es überhaupt Darsteller, mit denen man diesen Film machen kann?", fragte Regisseur Wolfgang Murnberger zu Beginn seines jüngsten ORF-Projekts, das derzeit in Wien gedreht wird. Die Zweifel wichen schnell, als der österreichische Filmemacher Juliana Götze und Sebastian Urbanski kennenlernte. Die beiden Berliner Schauspieler mit Downsyndrom sind zwei der Hauptdarsteller in der von ihm verfilmten Tragikomödie "So wie du bist", die Autor Uli Brée einer authentischen Geschichte nachempfunden hat. Als Downsyndrom-Pärchen Michalina und Sebastian kämpfen sie mithilfe einer kurz vor der Pensionierung stehenden Richterin darum, heiraten zu dürfen. Vom Leben hart geworden muss diese - dargestellt von der bayerischen Volksschauspielerin Gisela Schneeberger - selbst erst ihre Vorurteile abbauen und sich auf die Beziehung zu zwei ganz besonderen Menschen einlassen.

Gemeinsam präsentierte sich das Ensemble rund um Wolfgang Murnberger - darunter auch heimische Publikumslieblinge wie Karlheinz Hackl, Lukas Resetarits, Petra Morzé und Cornelius Obonya - am Donnerstag, dem 18. August 2011, bei einem Pressetermin auf dem Filmset in Wien-Josefstadt.

Regisseur Murnberger: "Schauspiel von Menschen mit Downsyndrom sehr emotional"

"Was der Film erreichen will, ist, Berührungsängste abzubauen", erzählt Regisseur Murnberger. "Ich habe vorher noch nie mit Menschen mit Downsyndrom gearbeitet, aber als ich sie kennengelernt habe, waren alle Berührungsängste weg." Und: "Das Schauspiel von Menschen mit Downsyndrom ist sehr emotional. Natürlich sind sie von der Arbeit her nicht so belastbar, deshalb versuchen wir, die Zeit am Set kürzer zu halten. Das ist auch der einzige Unterschied, denn sonst werden sie wie andere Schauspieler behandelt. Und Juliana und Sebastian sind eigentlich Schauspielprofis", lobt Murnberger.

Gisela Schneeberger: "Dass man 'Downie' sagen darf, wusste ich vorher nicht"

Gisela Schneeberger, die für den ORF zuletzt die Schwarzenberger-Komödie "Dinner for Two" drehte, hat aus der Arbeit mit ihren jungen Kollegen persönlich sehr viel Positives gezogen: "Ich bin viele Vorurteile losgeworden, die ich hatte, weil ich Menschen mit Downsyndrom nur aus der Ferne kannte. Man unterschätzt sie sehr, dabei sind sie sehr clever. Juliana und Sebastian sind zum Beispiel sehr intelligent, witzig und emotional. Und ich habe von den beiden ganz viel gelernt. Auch, dass man 'Downie' sagen darf, das wusste ich vorher nicht."

Aber auch die Zusammenarbeit mit Wolfgang Murnberger, der bisher u. a. für Erfolgsproduktionen wie die "Brüder"-Trilogie, die Wolf-Haas-Verfilmungen mit "Brenner" Josef Hader oder "Tatort" verantwortlich zeichnete, hat Vollblutkomödiantin und Charaktermimin Gisela Schneeberger sehr gereizt: "Einen Murnberger-Film wollt ich schon immer drehen!"

Fotocredit: ORF/Milenko Badzic
Juliana Götze, Gisela Schneeberger, Sebastian Urbanski

Riesenspaß, Drehmarathon und viel Liebe

Juliana Götze und Sebastian Urbanski, die beide zum Ensemble des integrativen Berliner RambaZamba-Theaters gehören, einst ein Paar waren, jetzt aber beste Freunde sind, hatten bei den Dreharbeiten zu "So wie du bist" einen Riesenspaß. "Das war schon immer mein Ding", sagt die 25-jährige Juliana, die schon im Kindesalter beim Zirkus war und später für Serien wie "Die Familienanwältin" oder "Polizeiruf", aber auch für diverse Dokumentarfilme, vor der Kamera stand: "Es ist witzig und alle sind freundlich, herzlich und helfen einem. Wir haben eine tolle Stimmung hier."

Nur die vielen logistischen Drehpausen störten ihren Kollegen Sebastian. "Er würde am liebsten einen Drehmarathon hinlegen", erklärt Regisseur Murnberger. "Aber es macht trotzdem so viel Spaß", schwärmt der 33-jährige Schauspieler und Synchronsprecher ("Me too - Wer will schon normal sein?"), dem vor allem der Filminhalt sehr am Herzen liegt: "Liebe überwindet alle Hindernisse. Mit diesem Film beweisen wir hoffentlich, dass Leute mit Downsyndrom auch heiraten dürfen".

Fotocredit: ORF/DOR/Anjeza Cikopano
Lukas Resetarits, Cornelius Obonya, Enzo Brandner, Juliana Götze, Gisela Schneeberger, Wolfgang Murnberger

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Fotocredit: ORF/Dor Film/Anjeza Cikopano
Gisela Schneeberger (Helene)


 


 

Fotocredit: ORF/Dor Film/Anjeza Cikopano
Nicole Beutler, Juliana Götze (Michalina)

Die Kollegen am Gericht tragen es mit Fassung, dass Richterin Helene Offer (Gisela Schneeberger) ihren letzten Arbeitstag hat. So beliebt ist sie nicht. Korrekt, emotionslos, verlässlich, bestimmt war sie. Das ist wohl auch der Grund für Helenes Entfremdung von ihrem Sohn Rupert (Christopher Schärf). Das Silberne Ehrenzeichen der Stadt Wien soll sie noch bekommen, bevor sie den verdienten Ruhestand antritt. Auf dem Heimweg passiert es. Einen Moment lang ist sie abgelenkt - und der Unfall geschieht. Der andere Fahrer, Bruno Sedlacek (Lukas Resetarits), ist schwer verletzt, die Beifahrerin, seine Tochter Michalina (Juliana Götze), 20, kommt mit dem Schrecken davon. Helene begleitet Michalina, die Down-Syndrom hat, ins Krankenhaus. Helenes Alkoholtest fällt positiv aus.

In Anbetracht der Umstände ist das Ehrenzeichen ernstlich in Gefahr. Tätige Reue würde da schon helfen. Auf Anraten ihres Anwalts (August Schmülzer) besucht Helene das Vereinshaus, in dem die Down-Syndrom-Gruppe ihre Tanzstücke probt. Der Sozialarbeiter Charly (Cornelius Obonya), der das Projekt leitet, weiß natürlich, was Helenes Besuch bezwecken soll. Er nützt die Gelegenheit aus und macht ihr ein Angebot, das sie sehr gerne ablehnen möchte. Sie möge sich während Brunos Krankenhausaufenthalt um Michalina kümmern, die sonst in ein Heim ziehen müsste.

Sehr bald ist Helene von Michalinas spontaner Art und ihrer unvermittelten Emotionalität überfordert. Die junge Frau bringt aber auch Seiten Helenes zum Vorschein, die man seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Helene kann sich Michalinas Herzlichkeit nicht entziehen. Zunehmend stellt sie fest, dass die aus Kalkül begangene gute Tat nicht nur Michalina, sondern in besonderer Weise ihr selbst zugutekommt. Als "emotional behindert" hatte man sie in der Vergangenheit hinter ihrem Rücken bezeichnet. Nun beginnt sie zu ahnen, was damit gemeint sein könnte.

Michalina hat einen Freund, der ebenfalls Down-Syndrom hat. Carlo (Sebastian Urbanski) stammt im Gegensatz zu ihr aus wohlhabendem Haus. Seine Mutter Sophia (Petra Morzé) sieht Carlos Beziehung mit Michalina gar nicht gerne, von Intimität ganz zu schweigen. Trotzdem sind die beiden wild entschlossen, ihre Liebe auszuleben - und zu heiraten! Entsetzt verbietet Sophia Carlo den Umgang mit Michalina. Die emotionalen Folgen für die beiden, die Gefühle intensiver empfinden als "normale" Menschen, sind verheerend. Helene nimmt sich der Angelegenheit an und stellt fest, dass eine standesamtliche Ehe rechtlich nicht in Frage kommt.

Fotocredit: ORF/Dor Film/Anjeza Cikopano
Sebastian Urbanski (Sebastian), Juliana Götze (Michalina)

MI 11.4.201220.15 UHR

 

 
Eine Koproduktion von ORF und MDR, hergestellt von DOR-Film

Buch: Uli Brée
Regie: Wolfgang Murnberger

Drehzeit: 18. Juli bis 19. August 2011
Drehort: Wien

ORF-Sendetermin:
Mittwoch, 11. April 2012
20.15 Uhr, ORF 2


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