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Der "Märchenkönig" zu Besuch: Hochkarätige, internationale ORF-Koproduktion "Ludwig II." entsteht zurzeit in Schloss Hof
Fotocredit: ORF/Warner Bros. Pictures 2011/Daniel Mayer
Sabin Tambrea






Fotocredit: ORF/MILENKO BADZIC
Sebastian Schipper, Sabin Tambrea, vorne: Paula Beer, Hannah Herzsprung







2012 im Kino, ORF zeigt eigens produzierte TV-Fassung

Er gilt als Märchenkönig und leidenschaftlicher Bauherr, 125 Jahre nach seinem Tod wird Ludwig II nun erneut zum Filmstar: Am 26. Juli begannen am Starnberger See bei München die Dreharbeiten zur internationalen Kinoproduktion "Ludwig II.", an der der ORF maßgeblich als Koproduzent beteiligt ist. Bis Mitte November entsteht an Originalschauplätzen in Bayern (München, Schloss Neuschwanstein, Schloss Linderhof, Schloss Herrenchiemsee) und Österreich (Wien, Niederösterreich, Burgenland, Tirol) sowie in den Bavaria Filmstudios ein Kinofilm über den bayerischen König, der als historische Gestalt zu einem lebendigen und populären Mythos geworden ist und der heute die Menschen mehr denn je fasziniert.

Neben Neuentdeckung Sabin Tambrea, der den jugendlichen, idealistischen Ludwig II. spielt, wird Sebastian Schipper den älteren, in seine Fantasiewelt zurückgezogenen und äußerlich mit zunehmendem Alter stark veränderten König darstellen. Zum weiteren hochkarätigen Darstellerensemble gehören u. a. Hannah Herzsprung als "Sisi", Paula Beer als Sophie in Bayern, Edgar Selge als Richard Wagner, Samuel Finzi als Lakai Mayr, Justus von Dohnányi als Johann Lutz, Friedrich Mücke als Richard Hornig, Tom Schilling als Prinz Otto, Uwe Ochsenknecht als Prinz Luitpold, Axel Milberg als König Max II., Katharina Thalbach als Königin Marie, Gedeon Burkhard als Graf Max von Holnstein, Franz Dinda als Heinrich Vogel, August Schmölzer als Dr. von Gudden, Peter Simonischek als Minister Ludwig von der Pfordten, Michael Fitz als Herzog Max in Bayern, André Eisermann als Karl Hesselschwerdt, August Wittgenstein als Graf Dürckheim und Bernd Birkhahn als Bismarck.

Regie führen Peter Sehr und Marie Noelle, die auch gemeinsam das Drehbuch zu "Ludwig II." entwickelten. Sie arbeiten mit einem erstklassigen und vielfach preisgekrönten Team von Filmemachern zusammen: Michael-Haneke-Kameramann Christian Berger (Oscar-Nominierung für "Das weiße Band"; "Die Klavierspielerin") zeichnet für die Kamera verantwortlich, Christoph Kanter ("Das weiße Band", "Hexe Lilli - Die Reise nach Mandolan") für die Ausstattung, Waldemar Pokromski ("Der Baader Meinhof Komplex", "Das Parfüm", "Der Untergang") und Heiner Niehues ("Nanga Parbat", "Die Geschichte vom Brandner Kaspar", "Comedian Harmonists") für die Maske, Gerhard Gollnhofer (neben Kino-Arbeiten alle wichtigen deutschsprachigen Bühnen, Théâtre du Châtelet) für das Kostüm und Bruno Coulais (Oscar-Nominierung für "Die Kinder des Monsieur Mathieu") für die Filmmusik.

Zu Gast in Schloss Hof
Seit kurzem ist der Drehtross im niederösterreichischen Schloss Hof zu Gast. Die internationale Koproduktion mit dem ORF, die sich an aktuellen Erkenntnissen über Ludwig II. orientiert und einen genaueren, privateren Einblick in Ludwigs Leben erlaubt als dies bisher möglich war, hat hier nach Schauplätzen in Tirol eine weitere pittoreske Kulisse gefunden.

Tambrea: "Ich versuche Mauern abzubauen"

Hauptdarsteller Sabin Tambrea freut sich, dem Mythos ein neues Gesicht zu geben: "Für mich hat die Rolle so viele Facetten, dass unendlich viele Schauspieler unendlich viele verschiedene Ludwigs spielen könnten. Ich versuche, die Mauern abzubauen, die verhindern, dass man der Figur nahekommt, sodass man wirklich mit der Person mitleidet, die auch sehr verletzlich und zerbrechlich ist."

Zur Aktualität des Films: "Je weiter das Weltgeschehen voranschreitet, desto mehr sieht man, dass die Figur aktueller wird. Durch die Menschen, die immer isolierter werden und keinen direkten Kontakt zur Liebe haben, wird die Figur einfach immer näher und greifbarer."

Um den alten Ludwig II. "greifbar" zu machen, verpflichteten die Produzenten Sebastian Schipper, der über "seinen" Ludwig sagt: "Er hat mehr Schmerz, mehr Erfahrung, mehr erfüllte Träume, aber auch mehr Demütigung erfahren." Besonders fasziniert zeigt sich Schipper zudem von der Freundschaft Ludwig II. zu Richard Wagner. Ebensolche Faszination spürt auch Hannah Herzsprung, allerdings in Bezug auf Romy Schneider. Der Grund: Herzsprung spielt in "Ludwig II." die Kaiser Elisabeth von Österreich: "Es ist eine große Ehre, eine Rolle zu spielen, mit der man in Romy Schneiders Fußstapfen tritt."

Regisseur Peter Sehr, der erneut mit Marie Noelle inszeniert und das Drehbuch schrieb, freut sich über seine motivierten Schauspielstars, denn "es wird endlich ein Film, der Ludwig entspricht, wie er wirklich war. Ludwig war ja seiner Zeit um 150 Jahre voraus", so der Regisseur.

Und weiter: "Wir schauen zeitlich gesehen nach hinten, aber inhaltlich, mit dem, was Ludwig bewirken wollte, schauen wir nach vorne."

Über die Zusammenarbeit mit Marie Noelle: "Wir haben immer gemeinsam geschrieben, man profitiert ja davon, wenn man emotional auf der gleiche Linie ist." Dem Ergebnis werde die fruchtbare Zusammenarbeit anzusehen sein, denn "es ist sehr spannend, der Person Ludwig näherzukommen", so Noelle.

Mis: "Großes Thema, großer Aufwand"

ORF-Fernsehfilmchef Dr. Heinrich Mis: "'Ludwig II.' ist ein gutes Beispiel für einen öffentlich-rechtlichen Schulterschluss. Der Film behandelt ein großes Thema mit großem Aufwand, das heißt, mit großem Finanzbedarf und der ORF ist ein wesentlich mitfinanzierender Sender. Unsere Beteiligung soll auch mithelfen, die österreichische Filmwirtschaft entsprechend zu positionieren. Deshalb investieren wir sowohl Programmgeld für die Fernsehfassung als auch Geld aus dem Film/Fernseh-Abkommen für die Kinoversion."

Über die Produktion: "König Ludwig II. war eine widersprüchliche Figur. Das auch für ein breites Publikum darzustellen, ist die große Herausforderung für die Regie. Es ist durchaus ein riskantes Projekt, keine 'gmahde Wiesn', aber die Voraussetzungen sind gut: ein großartiges Schauspielerensemble, tolle Motive, und ein hochmotivierter Stab an erstklassigen Mitarbeitern hinter der Kamera, allen voran die Österreicher Christian Berger an der Kamera und Christoph Kanter für das Szenenbild."


 

 

Bavaria Pictures (Produzent: Ronald Mühlfellner; Gesamtleitung: Matthias Esche, Jan S. Kaiser) produziert den Kinofilm in Koproduktion mit Dor Film (Danny Krausz), Warner Bros. Film Productions Germany, Rolize (Roland Zelles), B.A. Produktion (Antonio Exacoustos), dem Bayerischen Rundfunk (federführende Redaktion: Bettina Ricklefs, Dr. Cornelia Ackers), der ARD Degeto (Bettina Reitz, die dieses Vorhaben noch in ihrer Funktion als Leiterin der BR Fiction seit vielen Jahren tatkräftig unterstützt hatte), dem WDR, dem SWR und dem ORF. Gefördert wird die Produktion bisher von: FilmFernsehFonds Bayern (FFF), Filmförderungsanstalt (FFA), Bayerischer Bankenfonds (BBF), FISA Filmstandort Austria, Filmfonds Wien (FFW), Österreichisches Filminstitut (ÖFI), Land Niederösterreich und Cine Tirol, entwickelt mit Unterstützung des MEDIA-Programms der Europäischen Union.

2012 im Kino
"Ludwig II." wird voraussichtlich im Dezember 2012 in Deutschland und Österreich in die Kinos kommen. Im ORF wird die eigens für die koproduzierenden Fernsehanstalten hergestellte TV-Fassung zu sehen sein.

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