Starbesetzte Schnitzler-Verfilmung mit ORF-Beteiligung voraussichtlich 2012 im Kino
Mit Jude Law, Rachel Weisz, Anthony Hopkins, Moritz Bleibtreu, Johannes Krisch u. v. a.
Der Kreis ist geschlossen und der Film (fast) im Kasten: Nach insgesamt 41 Drehtagen fällt am Freitag, dem 20. Mai 2011, in Wien die letzte Klappe zu Fernando Mereilles' starbesetztem Kinofilm "360". Das vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierte Episodenmovie, das frei nach Arthur Schnitzlers "Reigen" eine Vielzahl von Schicksalen zu einer einzigen lebhaften, spannenden und zutiefst bewegenden Geschichte von der Liebe im 21. Jahrhundert verbindet, glänzt mit einem internationalen Top-Cast.
Neben Schauspielgrößen wie Johannes Krisch und Moritz Bleibtreu standen auch Hollywoodstars wie Jude Law, Rachel Weisz und Anthony Hopkins vor der Kamera.
Gedreht wurde der von DOR Film koproduzierte Streifen in acht Sprachen und ca. zur Hälfte in Wien, wo inhaltlich alles beginnt und auch endet. Der Rest der Dreharbeiten führte das Filmteam rund um den Oscar-nominierten brasilianischen Filmemacher Fernando Mereilles ("City of God") auch an Schauplätze in London, Paris und Brasilien. "360", nach einem Drehbuch des vielfach preisgekrönten britischen Autors Peter Morgan ("Die Queen", "Der letzte König von Schottland", "Frost/Nixon"), wird voraussichtlich 2012 im Kino zu sehen sein.

Die Filmcrew bei den Dreharbeiten in Wien.
Mereilles über Wien: "Die schönste Stadt, in der ich jemals gedreht habe"
Nach Drehbuchautor und Wahlwiener Peter Morgan, der mit seiner österreichischen Frau Lila - einer Tochter von Karl Schwarzenberg - in der Bundeshauptstadt lebt, hat Wien in Starregisseur Fernando Mereilles nun einen weiteren Fan. "Ich bin verliebt in Wien!", sagt der gebürtige Brasilianer zum Abschluss der Dreharbeiten. "Es ist nicht nur die schönste Stadt ist, in der ich jemals gedreht habe, sondern es ist hier auch wunderbar ruhig und ganz unkompliziert, sich zu bewegen. Außerdem ist man dem Film gegenüber sehr freundlich eingestellt und Wien bietet auch exzellente Filmmitarbeiter. Ich hoffe, dass ich hier sehr bald wieder drehen kann", so Mereilles.
Auch Produzent Andrew Eaton ("The Killer Inside Me"), der zu den meistbeschäftigten britischen Filmproduzenten zählt, ist von den Dreharbeiten in Wien höchst angetan. Hier zu drehen, war sehr inspirierend. Wir hatten große Unterstützung durch die örtliche Crew und die fördernden Stellen. Dadurch haben wir uns fast wie zu Hause gefühlt."
Für Eatons österreichischen Koproduzenten Danny Krausz von der Wiener DOR Film waren die Dreharbeiten zu "360" ebenfalls "eine fantastische Erfahrung. Ein wundervolles internationales Team mit 60 österreichischen Mitgliedern, geführt von einem Regisseur wie Fernando Mereilles - das war wirklich etwas Besonderes! Ruhig, bedacht und immer absolut sicher darin, was er will - das ist die Art, wie Fernando gemeinsam mit seinem Kameramann Adriano Goldman arbeitet." Und: "Die Kooperation mit Andrew Eaton war, als ob wir immer schon zusammengearbeitet hätten. Ich glaube, mein Team hat Österreich sehr gut repräsentiert und die Bilder aus Wien werden außergewöhnlich sein."

Moritz Bleibtreu, Johannes Krisch, Jude Law, Gabriela Marcinkova, Lucia Siposova
Jude Law: "Das Drehbuch ist wirklich interessant, sehr vielseitig und herausfordernd."
In einem exklusiven ORF-Interview bei einem Foto- und Pressetermin im Hotel Savoyen verriet Jude Law, warum er in diesem Film mitspielen wollte: "Ich kannte das Stück ('Reigen'), aber ich habe es noch nie gespielt. Dieses Projekt hat mich vor allem begeistert, weil Fernando Meirelles involviert ist und ich ein großer Fan seiner Arbeit bin. Außerdem ist das Drehbuch wirklich interessant, sehr vielseitig und herausfordernd." Und meint weiter: "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Rachel Weisz, weil wir seit Jahren gute Freunde sind und in der Vergangenheit auch schon zusammengearbeitet haben."
Über seine Rolle darf Jude Law nicht viel sagen, trotzdem verriet er: "Ich spiele einen Mann, der in seiner Ehe an einem Knackpunkt angekommen ist. Er und seine Frau, gespielt von Rachel Weisz, versuchen jeder für sich das Richtige zu tun."
Abseits der Dreharbeiten wird Jude Law nicht viel Zeit haben, um Wien besser kennenzulernen - aber ein paar Pläne hat der Schauspieler bereits: "Ich bin nicht das erste Mal in Wien. Ich war vor ein paar Jahren hier, als ein Freund von mir hier gearbeitet hat. Ich hoffe, ich habe hier ein wenig Freizeit, aber um ehrlich zu sein, bezweifle ich das. Filmdrehs sind normalerweise sehr vereinnahmend, also werde ich wohl von morgens bis abends beschäftigt sein. Aber mir wurden Theaterkarten versprochen - ich hoffe, das an einem Abend zu schaffen. Aber für mich ist das Schöne am Drehen in einer fremden Stadt, einfach auf die Straße zu gehen und die Stadt zu sehen."
Johannes Krisch: "Es geht um den Reigen des Lebens, den die Liebe so spielt"
Ohne langes Zögern hat auch Österreicher Johannes Krisch die Rolle in Meirelles' Film angenommen: "Man bekommt das Buch zu lesen, was fantastisch ist, und dann erfährt man sukzessive, wer da aller mitspielt - und dann freut man sich. Aber dann geht man es natürlich an, wie bei jedem anderen Film." Wie sehr "360" an Arthur Schnitzlers "Reigen" angelehnt ist, erklärt Krisch: "Es geht um den Reigen des Lebens, den die Liebe so spielt und um die Begegnung verschiedener Charaktere und es ist sehr spannend aufgelöst worden von Peter Morgan."
Moritz Bleibtreu: "Das ist ein Projekt, bei dem einfach alles stimmt!"
"Ich kenn' das Stück, aber ich habe es nicht in Bezug auf den Film nochmals gelesen. Weil der Film bezieht sich mehr auf die Erzählstruktur als auf das, was inhaltlich in Schnitzlers 'Reigen' passiert. Der Vergleich ist gerechtfertigt, aber der Film ist ein völlig eigenes Ding", erklärt Moritz Bleibtreu und meint weiter: "Das ist ein wunderschönes Drehbuch, und es ist ganz toll, da dabei sein zu dürfen. Das ist ein Projekt, bei dem einfach alles stimmt. Und ich glaube, das wird ein wunderschöner Film."
Fernando Meirelles: "Wir drehen in acht Sprachen!"
"Ich war schon mal in Wien - vor ca. 20 Jahren. Jetzt bin ich am Freitag angekommen, habe mir ein Rad genommen und bin durch die Stadt gefahren. Ich wünschte, ich hätte das schon früher machen können", erzählt Fernando Meirelles. Die Arbeit an diesem Film ist auch für ihn einzigartig: "Wir drehen in acht Sprachen und es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich sie alle an die Arbeit herangehen."
Peter Morgan: "Ich wollte meinen Hut vor Schnitzler ziehen und etwas Neues machen"
Drehbuchautor und Wahlwiener Peter Morgan lehnte sich beim Drehbuch von "360" an Arthur Schnitzlers "Reigen" an und erklärt, wie und warum: "Die Form ist sehr interessant, so ein Kreis mit verschiedenen Charakteren. Ich wollte nie das Schnitzler-Stück adaptieren, sondern ich wollte meinen Hut vor Schnitzler ziehen und etwas Neues machen." Und meinte weiter: "Es ist meine Wunsch-Crew - und es war auch mein Wunsch, in Wien zu drehen", so der Drehbuchautor. "Jetzt muss ich ein Monat lang nicht immer in ein Flugzeug steigen, um einen Dreh zu besuchen, sondern kann aus dem Bett fallen und an den Set gehen. Aber die Welt ist anders als in Schnitzlers Zeiten, wir sind alle miteinander verbunden. Daher darf das nicht nur in Wien stattfinden, sondern muss über die ganze Welt gehen." Und betont: "Ich wollte mich von Schnitzler inspirieren lassen - und was ich von ihm übernommen habe war: Es startet und endet in Wien."